Energiewechsel

St. Ingbert: Unterwegs zwischen blühenden Kräutern

Pressemeldung vom 27. Mai 2015, 11:16 Uhr

Biosphären-VHS unterwegs

In der Reihe „Bildung und Freizeit“ hatte die Biosphären-Volkshochschule St. Ingbert eine Kräuterwanderung mit Elisabeth Hoffmann in Hassel angeboten. Die Dozentin erläuterte bei ihrer Exkursion entlang des Griesweihers zunächst die Entstehungsgeschichte der Pflanzen von der Erdfrühzeit bis zum Karbonzeitalter. „Die Pflanzen sind der Anfang des Lebendigen, später dienten Kräuter, Heilpflanzen, Früchte und Wurzeln dem Menschen als Ernährung. Sie mussten herausfinden, was essbar und was giftig war“, so die Dozentin. Sie erklärte, dass die Wildpflanzen die Eltern aller Kulturpflanzen seien. So sind aus dem Wildkohl alle heute existierenden Kohl-Gemüsesorten herausgezüchtet worden. Die Technik, zum Beispiel die Funktionsweise der ersten Fluggeräte, seien der Natur abgeschaut worden.

Ihre Kritik an der Vernichtung der Artenvielfalt u.a. durch Düngung oder häufiges Mähen, ihr Plädoyer für die Erhaltung von Biotopen und die Bedeutung für Tiere und Menschen durchzog die gesamte Exkursion, an der knapp 20 Personen, darunter auch Kinder, teilnahmen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Die einen stellten Smoothies her und wollten künftig gesunde Kräuter bzw. Heilpflanzen mit einbeziehen, andere wollten ihre Kenntnisse im Bereich der Heil-pflanzen vertiefen, wieder andere wollten wissen, welche Arten in der Umgebung zu finden sind und wie man sie erkennen kann.

Die Dozentin und Lobbyistin für die Natur, blieb keine Antwort schuldig. Sie entdeckte in der an-gesteuerten Umgebung Staudenknöterich, Zaunwicke, Wegerich, Sauerampfer, Brennessel, Taubnessel, Schellkraut, Storchenschnabel, Ehrenpreis, Wiesenbärenklau, Labkraut (ähnlich dem Waldmeister), Männertreu, Beinwell, Wiesenkerbel, Zinnkraut, Zypressenwolfsmilch, Günsel, Knoblauchrauke, den „stinkenden Robert“, den knotigen Braunwurz und Baldrian. Auch fehlte der Humor nicht. „Bei der Ehrenpreispflanze (Männertreu) fallen die Blätter so schnell ab wie die Treue der Männer hält.“

Für jede Pflanze wusste sie kompetent den Nutzen zu erklären sowie die Zusammensetzung. So kann man Wegerich als Gemüse verwenden, die Brennessel als Tee oder in „Geheirate“ oder Klößen verarbeiten, sie erklärte, welche Heilpflanzen gegen Rheuma helfen, für die Durch-blutung gut sind, für Galle- und Leberleiden oder gegen Verstopfung, warnte aber auch davor, mit ungenügenden Kenntnissen vor der Verwendung bzw. Dosierung des ein oder anderen Heil-krautes. Wenn man bestimmte Pflanzen verarbeite, solle man immer ein Blatt davon aufheben, damit bei Vergiftungserscheinungen gleich das richtige Gegengift gefunden werden kann. So besitze die Spierstaude, die am Griesweiher wächst, Bestandteile, die in Aspirin enthalten sind. Während sie den Weißdorn für alles, was ums Herz vorkommt, empfahl, warnte sie ausdrücklich vor der Herbstzeitlosen, die sehr giftig sei, und erklärte, welche Wirkungen sie hervorrufe.

Quelle: Stadt St. Ingbert

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