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St. Ingbert: „Malen in der Einbahnstraße“

Pressemeldung vom 8. Februar 2016, 13:51 Uhr

Eine Ausstellung mit Bildern demenzkranker Senioren des Bruder- Konrad-Hauses unter der Leitung des Malers Heinz Lindinger in der Galerie KA / Stadtbücherei St. Ingbert

Seit mehr als 100 Jahren wird das Phänomen Demenz ausschließlich als „Hirnerkrankung“ betrachtet. Alle bisher unternommenen Anstrengungen beschränkten sich auf die medizinisch-naturwissenschaftliche Perspektive, ohne dass bisher ein Erfolg zu verzeichnen ist. Erst in den letzten Jahren wurde damit begonnen, Demenz aus anderen, ganzheitlicheren Blickwinkeln zu betrachten. Damit eröffnen sich völlig neue Ansätze und Begegnungsmöglichkeiten, aber auch präventive Aspekte.

Als der Vater von Maler Heinz Lindinger im Dezember 2013 Bewohner des Bruder- Konrad-Hauses der Arbeiterwohlfahrt wurde, nahm die Idee des „Malkurses“ Gestalt an. Wohl keiner der Initiatoren, am allerwenigsten Lindinger selbst, hätte mit so einem durch schlagenden Erfolg gerechnet.
Die 14Seniorinnen und Senioren tragen unter Anleitung Farben für die Grundierung der Leinwände auf, um sie später mit den verschiedensten Motiven zu füllen. Stolz sind sowohl die Senior-Maler, als auch die Mitarbeiter des Bruder-Konrad-Hauses, die kaum glauben können, dass ihre sonst so unruhigen Bewohner selbst nach einer Stunde hochkonzentrierter Arbeit noch auf ihren Stühlen sitzen. Die Beschäftigung mit den leuchtenden Acrylfarben, die je nach Interpretation bunte Blumen oder ein ebensolches Feuerwerk zeigen, fasziniert scheinbar auch die alten Menschen, die sich kaum noch mitteilen können. „Was da für tolle Bilder entstanden sind, hätte ich nie gedacht“, ist auch Heinz Lindinger überrascht. Die Stadt St. Ingbert zeigt ab Montag, 15. Februar, bis Freitag, 11. März, in der Galerie KA in der städtischen Bücherei, 40 Arbeiten zum Thema „freie Arbeiten“ demenzkranker Senioren.

Quelle: Stadt St. Ingbert

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