Energiewechsel

St. Ingbert: hundert jahre frisch

Pressemeldung vom 15. November 2011, 16:08 Uhr

Zu Ehren des Schriftstellers Max Frisch veranstaltet das Sankt Ingberter Literaturforum eine Lesung aus seinem Werk. Der Geehrte wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, vor 20 Jahren ist er gestorben. Es liest der Philosoph und Schriftsteller Harald Köhl. Er präsentiert Frisch als humoristischen Prosaisten.
Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch ist ein großartiger Darsteller zwischenmenschlicher Beziehungen, vor allem des Verhältnisses von Mann und Frau. Damit durchaus im Zusammenhang steht das Problem, das ewig pubertierende Männer mit sich selber haben: So wie sie sind, ertragen sie sich nicht – und ein ganz Anderer können sie naturgemäß nicht werden. Beide Themen sind in Frischs „Stiller“-Roman großartig miteinander verflochten: sein erster Welterfolg von 1954.
Das Thema zieht sich auch durch die beiden folgenden Romane. „Homo Faber“ ist in etlichen Bundesländern Schullektüre und wurde von Volker Schlöndorff grandios verfilmt. Am kunstvollsten ist der Roman „Mein Name sei Gantenbein“; darin zieht sich Frisch in Gestalt seines Gantenbein „Geschichten an wie Kleider“. Der beste Frisch ist womöglich der Verfasser reifer Altersprosa. Die Revue seiner eigenen Frauenbeziehungen namens „Montauk“ (Ingeborg Bachmann!), die Tessin-Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“ (das tut er wohl wohlweislich nicht!) und die ins Zweite Tagebuch eingestreuten Erzählungen gehören zum besten, was von deutschsprachigen Autoren hervorgebracht wurde.
Ungewöhnlich an der Lesung ist, dass Harald Köhl sein Schriftsteller-Idol als humoristischen Autor präsentieren möchte. Überdies erzählt Köhl von seiner Begegnung mit Max Frisch an dessen Wohnsitz im Tessin: im Vorfeld der Bundestagswahl, bei der Franz-Josef Strauss gegen Helmut Schmidt kandidierte (1980).
Die Lesung „hundert jahre frisch“ findet am Mittwoch, 16. November, um 19:30 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Sankt Ingberter Rathauses statt. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Mittelstadt St. Ingbert, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

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