Energiewechsel

Saarpfalz-Kreis: Und die Sonne verwöhnt den Kreis

Pressemeldung vom 22. Februar 2011, 12:45 Uhr

Der Saarpfalz-Kreis ist Spitzenreiter in Sachen Photovoltaik und Klimaschutz
Erst kürzlich hat der Saarpfalz-Kreis zusammen mit der Standort Entwicklungsgesellschaft Saarpfalz (SEG) drei weitere Photovoltaikanlagen ans Stromnetz gebracht. Die neu installierten Siliziumzellen produzieren jetzt auf dem Dach der Erweiterten Realschule in Blieskastel, dem Dach der Förderschulen Siebenpfeiffer und Oberlin in Homburg-Erbach sowie auf dem Gelände des ehemaligen Kalkwerkes Gersheim erneuerbaren Strom, der ins öffentliche Leitungsnetz eingespeist wird. Auf den Schulen wurden jeweils zusätzlich 95 Kilowatt und 130 Kilowatt Leistung installiert, auf dem Gelände des früheren Kalkwerkes allein 1,85 Megawatt.
Diese Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Kalkwerkes wurde zusammen mit dem Zweckverband „Saar-Blies-Gau / Auf der Lohe“ und der SEG realisiert. Speziell in Gersheim wird die erneuerbare Energie ganz im Einklang mit der dortigen Natur erzeugt. Sowohl zwei Fledermausstollen als auch magere Grasflächen für seltene Schmetterlinge konnten direkt neben den Silizium Modulen erhalten werden
Landrat Clemens Lindemann ist damit in die bundesdeutsche Solarbundesliga aufgestiegen, denn vor Jahren installierte der Saarpfalz-Kreis auf seine Initiative hin an den Schulen des Kreises bereits rund 430 Kilowatt Sonnenstrom-Leistung. Vor allem in St. Ingbert auf den Dächern des Berufsbildungszentrums, der Erweiterten Realschule und der Sport- und Spielhalle Wallerfeld nutzen bereits viele Solarzellen die Sonne zur Gewinnung von Strom.
„Wir gehen allein in St. Ingbert im Schmelzerwald mit über 240 Kilowatt Strom in der Spitze ins Netz“, berichtet Landrat Clemens Lindemann freudig. Der Saarpfalz-Kreis habe daher bereits vor Jahren einen großen Beitrag zu den Aktivitäten der St. Ingberter Agenda Gruppen geleistet, den Sonnenstrom in der Mittelstadt nach vorne zu bringen. Von Bexbach bis Gersheim betreibt der Saarpfalz- Kreis an jetzt 16 Schulstandorten Photovoltaikanlagen, die auf 3.600 Quadratmetern Dachfläche Strom erzeugen, und Solarkollektoren, die Wärme erzeugen. Allein die PV-Anlagen auf den Dächern der Schulen erzeugen pro Jahr fast 400.000 Kilowattstunden Strom, soviel wie 90 Vier-Personen-Haushalte Strom verbrauchen.
„Inzwischen erzeugen wir auf den Dächern der Schulen fast 20 Prozent des Strombedarfs unserer Schulen selbst und sparen pro Jahr mehr als 250 Tonnen CO2 ein“, freut sich der Umwelt- und Baudezernent des Saarpfalz- Kreises Dr. Gerhard Mörsch über die Entwicklung. Allein die neue Freiflächen PV-Anlage des Zweckverbandes „Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe“ und der Standort Entwicklungsgesellschaft Saarpfalz (SEG) erzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Kalkwerkes Gersheim jetzt zusätzlich pro Jahr 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom, was ungefähr dem Stromverbrauch von rund 375 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Und nebenbei werden noch mehr als 1000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.
Dass damit der Klimaschutz für den Saarpfalz-Kreis allgemein eine große Bedeutung hat, unterstreicht Umweltdezernent Gerhard Mörsch zusätzlich mit einer Studie: „Der Kreistag hatte 2009 mit der Förderung des Bundesumweltministeriums ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben, um die Energiedaten der Gebäude und Schulen in Trägerschaft des Kreises zu erfassen und Sanierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um weit reichend Energie einzusparen und den Kohlendioxidausstoß drastisch zu senken.“
Wenn alle vorgeschlagenen Energie-Sanierungsmaßnahmen des Klimaschutzkonzeptes an den Schulen des Kreises umgesetzt würden, könnte der Saarpfalz-Kreis allein 3.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Allerdings sind die Sanierungsmaßnahmen nicht billig, weil vielfach komplett neue, isolierte Fassaden oder isolierte Dächer hergestellt werden müssen. Rund 50 Millionen Euro wären hierfür zu kalkulieren.
Wie Landrat Clemens Lindemann erläutert, habe sich der Kreistag beim Klimaschutzkonzept entschlossen, die Forderungen des Konzeptes immer dann umzusetzen, wenn an einem Gebäude des Kreises ohnehin Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. „Wenn wir also ein Gebäude sanieren müssen, dann soll es auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden“, erläutert der Landrat die Beschlüsse, bei denen ein Hauptaugenmerk auf die Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen gelegt wird. Zum Stichwort „Wirtschaftlichkeit“ verweist Landrat Lindemann auf weitere Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Standort Entwicklungsgesellschaft (SEG). „Mit der SEG wollen wir in weiteren Schulgebäuden so genannte Blockheizkraftwerke installieren, die entweder Gas betrieben oder Pflanzenöl betrieben Strom erzeugen und gleichzeitig mit der Abwärme die Gebäude beheizen“, prognostiziert Landrat Lindemann die Entwicklung. Dies sei eine besonders wirtschaftliche Art, die erzeugte Energie zu nutzen, es gehe quasi nichts verloren, alles werde genutzt und so erzeuge man ganz effizient seinen Strom und seine Wärme ganz nach Bedarf selbst.
Besonders gut funktioniere die effiziente Energieerzeugung in so genannten Passivhaus-Gebäuden. Die Gebäude werden so effektiv gedämmt, dass Sie nur noch maximal 15 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs haben. Am neu geplanten Erweiterungsbau des Leibniz Gymnasiums in St. Ingbert könnte dieser Bedarf zukünftig allein durch die „abgegriffene“ Abwärme der Heizungsanlage des Altbaus erzeugt werden. Die Abwärme, die bisher ungenutzt durch den Schornstein geblasen wird, reicht zukünftig aus, um ein ganzes Schulgebäude zu heizen.
„Wenn wir unser Klimaschutzkonzept zukünftig zielstrebig verfolgen“, so ist sich Landrat Lindemann sicher, „werden wir bald uneingeschränkter Spitzenreiter in Sachen Energieeffizienz, Klimaschutz und regenerativer Energien im Saarland sein“.

Quelle: Saarpfalz-Kreis

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