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Saarpfalz-Kreis: Selbstständigkeit älterer Menschen im europäischen Vergleich

Pressemeldung vom 7. November 2012, 11:51 Uhr

Bürger aus dem Saarpfalz-Kreis bei einem internationalen EU-Workshop in Nantes

Fünf Frauen und Männer aus dem Saarpfalz-Kreis haben während eines fünftägigen europäischen Workshops zum Thema „Impulse und Unterstützung für pflegende Angehörige zur Bewahrung der Selbständigkeit und Rechte älterer Menschen“ in Nantes im französischen Departement Loire Atlantique wertvolle Zusatzkenntnisse erlangt.

Unter der Leitung von Klaus Heib, Leiter des Amtes für soziale Sicherung im Saarpfalz-Kreis, hat sich eine Delegation von fünf Pflegern und Betreuern mit ihresgleichen aus Schweden, Polen, Rumänien und Frankreich über die im eigenen Land vorhandenen Einrichtungen und Möglichkeiten der Pflege älterer Menschen tiefgründig austauschen können. Im Zuge eines umfangreichen Programms, in dem viele Einblicke in die Systeme und Angebote der unterschiedlichen EU-Länder gewährt wurden, haben alle Teilnehmer auch sehen können, wie diese am Beispiel von verschiedenen Einrichtungen und Organisationen in Frankreich gehandhabt werden.

Das Programm behandelte die Rolle der immer zahlreicher werdenden älteren Bürger, die trotz des progressiven Verlustes der Selbständigkeit „Herr des eigenen Lebens“ bleiben und aktiv an ihrem sozialen Umfeld teilnehmen sollen.

Fünf französische Institutionen haben sich vorgestellt und es den Teilnehmern ermöglicht, ihre sozialen Einrichtungen zu besichtigen: Die französischen Projektpartner der Region um Nantes sind der ansässige Generalrat des Departements (Conseil Général de la Loire-Atlantique), das Ausbildungszentrum (CEFRAS), die Organisation für Altenheime und -pflege (EHPAD), das regionale Informations- und Koordinierungszentrum zur Unterstützung älterer Menschen (CLIC) und das regionale Gesundheitsamt (ARS).

Jeder Workshoptag war einem anderen Thema gewidmet. Themen wie „Selbständigkeit im Alltag und im Sozialleben von Senioren“, „Erholungskonzepte für pflegende Angehörige“ oder „Tagesstätten mit Freizeitmöglichkeiten und Unterhaltung“ wurden von den Gruppen der fünf anwesenden Nationalitäten sorgfältig bearbeitet. Dabei erwies sich der Austausch unter den Teilnehmenden mit den unterschiedlichsten privaten und beruflichen Hintergründen in vielerlei Hinsicht als Bereicherung. Besonders hilfreich waren die Besichtigungen der französischen Altenheime und Tagesstätten sowie Informationsaustausche mit den dortigen Pflegekräften, deren praxisnahen Erfahrungen in die Inhalte des Gelernten einflossen.

Die Gruppe erfuhr Wissenswertes über die Hilfe- und Unterstützungsbedürfnisse zur Selbstständigkeit von älteren Menschen in den fünf anwesenden EU-Staaten, aber auch wie den Bedürfnissen der Pflegenden nach Beratung, Training und Erholung begegnet wird und sie in der Situation als Pfleger Distanz gewinnen können.

Zur saarpfälzischen Delegation gehörten Hans und Iris Gros für den Club U40 Saar Junge Parkinsonkranke, Ursula Knecht (Malteser Hilfsdienst Homburg), Ingeborg Leitenstorfer (Seniorenzentrum Leibs Heisje Limbach) und Rita Reitnauer vom „Besuchsdienst Türen öffnen“ sowie Klaus Heib, Leiter des Amtes für soziale Sicherung des Saarpfalz-Kreises und Ailsa Boyce, Dolmetscherin.

Der Workshop wurde organisiert von CEFRAS (Centre de Formation et de Recherche à la relation d’Aide et de Soins) in Zusammenarbeit mit Projektpartnern in den fünf beteiligten Ländern, so auch mit der Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises. Der Workshop gehört zu Maßnahmen, die im Rahmen des EU-Programms GRUNDTVIG 2000 angelaufen sind.

Hintergrund:
GRUNDTVIG ist der Name des Förderprogramms der Europäischen Union für die allgemeine Erwachsenenbildung. Es bietet Erwachsenen Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Kenntnisse und Beschäftigungsaussichten. Dies soll zur Bewältigung der Probleme der Bevölkerungsalterung in Europa beitragen. Das Programm ermöglicht erwachsenen Lernenden u.a. an Workshops (Weiterbildungsveranstaltungen und Seminare) teilzunehmen. Namensgeber des EU-Programmes ist der dänische Theologe und Pädagoge Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783-1872), der als Nestor der Heimvolkshochschule gilt und dem lebenslangen Lernen wichtige Impulse gegeben hat.

Quelle: Saarpfalz-Kreis

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