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Saarpfalz-Kreis: Schimmelvorbeugung durch richtiges Lüften

Pressemeldung vom 22. Februar 2010, 14:50 Uhr

Tipps des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises
Schimmelvorbeugung durch richtiges Lüften
Tipps des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises

Gerade in der kalten Jahreszeit häufen sich beim Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises die Anfragen zur Schimmelbildung in Wohnungen. Hohe Schimmelpilz-Konzentrationen sind in der Tat nicht nur ein hygienisches Problem, sondern können auch allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen.

Neben baulichen Mängeln sind die Ursachen der Schimmelbildung häufig durch die Bewohner selbst verursacht. Durch unsachgemäßes Lüften in Verbindung mit Tätigkeiten, bei denen viel Feuchtigkeit entsteht, (z.B. Duschen, Kochen, Wäschetrocknen) kann der empfohlenen Wert von 60% Luftfeuchtigkeit leicht überschritten werden. Mit Hilfe eines Hygrometers (diese sollten im Wohnraum, nicht in Küche und Bad aufgehängt werden) kann man die Feuchtigkeit in seiner Wohnung selber prüfen und durch entsprechendes Verhalten die Luftqualität verbessern.

Lüften sorgt dafür, dass nicht nur ein Temperaturausgleich erfolgt, sondern vor allem auch Schwebstaub, Schadstoffe und Feuchtigkeit aus der Wohnung entfernt werden und somit der Schimmelbildung vorgebeugt wird.

Hier einige Tipps zum richtigen Lüften:

Lüften Sie mehrmals am Tag kurz und gründlich und schließen Sie danach die Fenster wieder (Stoßlüftung). In der kalten Jahreszeit (Dezember, Januar, Februar) reichen bereits 4-6 Minuten, im März und November 8-10 Minuten, im April und Oktober 15 Minuten. Im Sommer sollte mindestens eine halbe Stunde gelüftet werden.
Lüften Sie immer dann, wenn Wasserdampf entsteht (Kochen, Duschen). Im Bad sollte nach dem Duschen das Wasser von den Duschwänden und vom Boden entfernt werden. In der Küche empfiehlt sich ein Dunstabzug mit Abführung der Raumluft ins Freie.
Bei Nutzung des -schwach beheizten -Schlafzimmers sollte durch gute Lüftung morgens nach dem Aufstehen für die Abfuhr von Feuchtigkeit gesorgt werden (jeder Schlafende gibt Wasserdampf ab).
Auch selten benutzte Räume sollen regelmäßig gelüftet werden, insbesondere vor erneutem Gebrauch.

Auf zusätzliche Feuchtigkeit durch übermäßig viele Zimmerpflanzen, Luftbefeuchter, Zimmerspringbrunnen sollte man verzichten . Zimmerspringbrunnen können evtl. zur Verbreitung von Krankheitserregern beitragen, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden. Auch das Befeuchtungswasser muss regelmäßig gewechselt werden. Ggf. sollte die Raumfeuchtigkeit regelmäßig gemessen werden.
Wenn die Wäsche unbedingt in der Wohnung getrocknet werden muss, sollte der Raum während des Trockenvorgangs geschlossen bleiben und danach häufig gelüftet werden.
Arbeiten mit geruchsintensiven Stoffen, Lösemitteln etc. sollten nur bei gleichzeitiger Lüftung durchgeführt werden.
Möbel sollten stets fünf bis zehn Zentimeter von der Wand abgerückt stehen, um auch dahinter die Luftzirkulation zu ermöglichen.

Bei sichtbarem Schimmelpilzbefall sind normalerweise keine weiteren mikrobiologischen Untersuchungen notwendig, sondern die Ursachen sollten sogleich gesucht und beseitigt werden. Hat der Schimmelpilzbefall ein größeres Ausmaß (größer als 0,5 Quadratmeter) erreicht, ist eine Sanierung durch Fachpersonal erforderlich. Für Schimmelpilzbefall im eigenen Wohnbereich (Haus) ist der Eigentümer durch Beauftragung entsprechender Fachfirmen selbst verantwortlich.

In einer Mietwohnung gilt Schimmelpilzbefall als Mietmangel. Sie sollten den Wohnungseigentümer daher informieren. Der Schimmelpilzbefall ist ein wohnhygienisches Problem, das häufig zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter führt. Der Mieter vermutet in aller Regel Mängel am Haus (z.B. schlecht isolierte Fassade, defektes Dach, veraltete Fenstersysteme), der Vermieter hingegen, nimmt bei seinem Mieter häufig falsches Lüftungs- und Heizverhalten an.

Welche Ursachen im Einzelfall wirklich ausschlaggebend sind, lässt sich meistens nur durch ein Expertengutachten beweisen. Dies ist jedoch unter Umständen mit hohen Kosten verbunden. Diese müssen vom Auftraggeber gezahlt werden und können später den tatsächlichen Verursacher in Rechnung gestellt werden.
Da es sich hier um private vertragliche Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter handelt, können Streitigkeiten nicht durch das Gesundheitsamt reguliert werden. Bei rechtlichen Fragen geben zum Beispiel der Mieterbund oder die Verbraucherzentralen Auskunft. Das Gesundheitsamt steht jedoch bei Fragen und zu Beratung gerne zur Verfügung.

Weitere Auskünfte erteilen beim Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises die Abteilung Gesundheitsaufsicht unter der Servicenummer 0 68 41 / 1 04-71 32 oder die KUG (Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit) unter 0 68 41 / 1 04-83 19.

Quelle: Saarpfalz-Kreis

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