Energiewechsel

Saarlouis: Zurück in die Zukunft in Saarlouis

Pressemeldung vom 20. Oktober 2011, 10:16 Uhr

25 Jahre Städtepartnerschaft Saarlouis-Eisenhüttenstadt

Nachdem das 25-jährige Jubiläum der ersten deutsch-deutschen Partnerschaft bereits im Sommer im Rahmen der Saarlouiser Emmes mit einer bunten Geburtstagsfeier auf dem Großen Markt und einer großen Ausstellung über die innerdeutschen Partnerschaften gewürdigt worden war, hatte nun Bürgermeisterin Dagmar Püschel zum Tag der Deutschen Einheit nach Eisenhüttenstadt eingeladen.

Zur Saarlouiser Delegation gehörten mit Erich Pohl und Dieter Schwarz zwei Männer „der ersten Stunde“, die seinerzeit an den schwierigen Verhandlungen zur Vorbereitung der Partnerschaft im April 1986 teilgenommen hatten, und viele weitere Personen, die sich um die Partnerschaft verdient gemacht haben: die Vorsitzenden der Stadtverbände für Kultur und Sport, Vertreter von Karo-Blau-Gold Roden, Repräsentanten der Feuerwehr, Verwaltungsmitarbeiter, die beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in Eisenhüttenstadt mitgeholfen haben, Vertreter des Stadtrates sowie Privatpersonen, die seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zu Familien in der Partnerstadt pflegen. Außerdem aus Saint-Nazaire Marianne Bruno und Patricia Michel als Vertreterinnen des Comité de Jumelage.

Zwei offizielle Programmpunkte gaben Gelegenheit, die Partnerschaft zu feiern, aber auch zu reflektieren und Anknüpfungspunkte für die Zukunft zu finden.

Im Städtischen Museum Eisenhüttenstadt wurde eine Fotoausstellung zu 25 Jahren privater Begegnungen im Rahmen der Partnerschaft eröffnet, zu der die Bürgerinnen und Bürger beider Städte ihre Beiträge eingesandt hatten. Die von den beiden Museumsleitern Hartmut Preuss und Benedikt Loew initiierte Ausstellung zeigt nicht die offizielle Seite der Partnerschaft mit Urkunden, Protokollen und Honoratioren, sondern Momentaufnahmen, welche die Bandbreite und die private Dimension der Beziehungen dokumentieren. „Begegnungen der evangelischen Kirchengemeinden, die im Vertragstext der Partnerschaft so nicht vorgesehen waren, zwei Freunde aus Saarlouis und Eisenhüttenstadt auf einem Tandem, bei dem einmal der Ostdeutsche lenkt, und das Hochzeitsfoto von Frauke und Markus Raue, die aus Saarlouis und Eisenhüttenstadt stammen und sich in Berlin als Zentrum der Einheit kennen gelernt haben“, resümierte Hartmut Preuss die hohe Symbolik der Bildbeiträge. Familie Raue war mit Töchterchen Paula eigens aus Berlin angereist, um an der Vernissage teilzunehmen. Der Prezydent der Partnerstadt Glog?w überbrachte Grüße aus Polen und betonte, wie wichtig die Partnerschaft vor 25 Jahren war, als es den „Eisernen Vorhang“ noch gab. Er bezeichnete die Partnerschaft als „Vorgriff auf die Wiedervereinigung“ und meinte, dass es nun neue Formen der Zusammenarbeit zu suchen gelte, was heute in einem geeinten Europa sehr viel leichter sei als noch vor einem Vierteljahrhundert.

Neben den Fotos war auch ein ganz aktuelles Dokument zu sehen: eine Urkunde, mit der eine Schülergruppe der Gesamtschule 3 in Eisenhüttenstadt für die Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden war. Die Schüler hatten sich mit dem Beitrag „Ehe auf Zeit“ über die Städtepartnerschaft Saarlouis – Eisenhüttenstadt beworben und mit dieser Arbeit einen Förderpreis gewonnen. Christian Schiller von der Schülergruppe war vor Ort, ließ Einblick in den Aufsatz gewähren und erzählte, wie das Interesse am Thema gewachsen war. Die Arbeit wird im Rahmen der Fotoausstellung auch ab 7. November in der Rathausgalerie Saarlouis zu sehen sein.

Bei der Feierstunde auf der „Kleinen Bühne“ im Friedrich-Wolf-Theater, die von der Gesangsgruppe Elkadi und dem Kammerchor des Volkschores gestaltet wurde, gaben Oberbürgermeister Roland Henz und Bürgermeisterin Dagmar Püschel ein deutliches Bekenntnis zur Städtepartnerschaft ab. Auf die immer wieder von Journalisten gestellte Frage nach dem heutigen Sinn dieser Partnerschaft gibt es eine klare Antwort: alleine die historische Bedeutung und Einmaligkeit der Städteverbindung ist es wert, die Beziehungen aufrecht zu erhalten, denn wer hat schon die Chance, der jüngeren Generation an einem so konkreten Beispiel die Geschichte des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands und somit der jüngeren europäischen Geschichte nahe zu bringen?

Zudem kann sich sehen lassen, was heute aus der Partnerschaft resultiert, seien es die hervorragenden Beziehungen der Feuerwehren, die auch die junge Generation einschließen, oder die Partnerschaftsgespräche auf Verwaltungsebene, die – mittlerweile zu einem europäischen Seminar angewachsen – einen wichtigen Platz in der kommunalen Agenda einnehmen.
Ein Zitat von Erich Pohl am Festabend spricht Bände: „Die erste deutsch-deutsche Partnerschaft ist aus der Geschichte geboren. Wir haben sie aufgebaut, gehalten und mit Inhalten gefüllt. Wir haben Menschlichkeit gesucht und gefunden, sonst wären wir heute nicht hier.“

Der Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft wurde an diesem Abend gleich mehrfach gespannt.
Den größten Sprung machte König Ludwig der XIV. alias Norbert Güthler, der gemeinsam mit dem ersten Bürgermeister von Sarre-Louis, Maire Ferdinand Heil alias Horst Conrad, mit der Saarlouiser Delegation angereist war, um in Eisenhüttenstadt seine Aufwartung zu machen. Er berief Dagmar Püschel und Roland Henz in den „Orden des Heiligen Ludwigs“ und überreichte in feierlichem Rahmen eine Urkunde über die Mitgliedschaft. „Wer weiß, wozu es mir noch nutzen kann“, meinte Dagmar Püschel sichtlich erheitert.

Einen ersten Ausblick ins kommende Jahr der Partnerschaft gab die Bürgermeisterin dann selbst, indem sie die Saarlouiser zu einer Wette herausforderte: Beim vergangenen Stadtfest waren die Bürgerinnen und Bürger aus Eisenhüttenstadt aufgefordert, einen im Internet eingestellten „Hütte-Tanz“ einzustudieren und vor der Lindenbühne zu präsentieren. Mehr als 250 Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf gefolgt. Der „Hütte-Tanz“ soll nun von mindestens 300 Saarlouisern bei der Emmes 2012 aufgeführt werden und die „Tanzstadt Eisenhüttenstadt“ mit der „puren Lebensfreude“ in Saarlouis verbinden. „Kein Thema“, meinte Oberbürgermeister Roland Henz, „wir schaffen auch 500“.

Top – die Wette gilt!!!!

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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