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Saarlouis: „Wir sind einS(aarlouis)“ – Gut besuchte Auftaktveranstaltungen

Pressemeldung vom 6. Mai 2015, 08:42 Uhr

Saarlouis. Kürzlich fand im Kinder- , Jugend- und Familienhaus der Kreisstadt Saarlouis in der Lisdorfer Straße unter dem Motto „Wir sind einS(aarlouis)“ das erste Treffen zwischen in Saarlouis lebenden Flüchtlingen aus Syrien und Eritrea, karitativen Organisationen und ehrenamtlichen Helfern statt. Oberbürgermeister Roland Henz hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und regte an, sich kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und zum Wohle aller konstruktiv zusammenzuarbeiten. Bei der zweiten Zusammenkunft im Gemeindezentrum Steinrausch trafen sich über 60 Personen zum gemeinsamen Kochen, Essen und zum Austausch.

„In unserer Stadt leben rund 3.600 Mitbürger ausländischer Herkunft. Sie stammen aus 91 Nationen. Sie bereichern das Leben in unserer weltoffenen und gastfreundlichen Stadt. Dazu gekommen sind seit Anfang letzten Jahres 160 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea, sie gehören nun zu uns. Wir alle gemeinsam sind Saarlouis“, richtete Oberbürgermeister Roland Henz das Wort an die Menschen, die durch Krieg und unzumutbare Lebensumstände aus ihren Heimatländern vertrieben wurden. „Trotz der medialen Berichterstattung können wir hier in Deutschland nur erahnen, was Sie und Ihre Landsleute erleben mussten und erleben müssen. Wir verfolgen die Geschehnisse vor den Fernsehschirmen, sind schockiert und fassungslos angesichts der schlimmen Ereignisse“, so Henz weiter.

„Mit der Tatsache, dass wir Flüchtlinge bei uns aufnehmen und unterbringen sollen, waren und sind wir teilweise nach wie vor überfordert. Dies gestehe ich offen und ehrlich ein. Wir waren nicht vorbereitet, welche Probleme und Herausforderungen auf uns zukommen. Dass momentan alles einigermaßen läuft, ist maßgeblich der großen Solidarität der heute Abend anwesenden Einrichtungen, Institutionen und vielen Einzelhelfern zu verdanken. Ihnen gehört größtes Lob und Anerkennung. Wir werden gemeinsam alles tun, damit sich alle hier wohlfühlen“, sagte der Verwaltungschef und versprach, dass weiterhin mit Hochdruck an einer für alle zufriedenstellenden Lösung gearbeitet werde. Stellvertretend für die Organisationen nannte er den Landkreis Saarlouis, den Saarländischen Flüchtlingsrat, den Saarländischen Integrationsrat, die städtische Integrationsbeauftragte Christiane Bähr, die vhs Saarlouis, die Caritas, das Kinder-Jugend- und Familienhaus, Miteinander der Generationen, das Sozialkaufhaus der Diakonie und die Familienbildungsstätte. „Dringend gesucht werden weiterhin Paten aus der Bevölkerung, die sich im Alltag der Menschen aus Syrien und Eritrea annehmen und ihnen bei der Eingewöhnung in Saarlouis mit Fachkenntnis und Empathie zur Seite stehen“, schilderte er.

Umfangreiche Angebote der Begegnung und des sozialen Miteinanders

Corinna Bast, städtische Kinderbeauftragte und Leiterin des Kinder-, Jugend- und Familienhauses, erklärte in einem kurzen Überblick das Konzept ihrer Einrichtung und lud ein, sich aktiv an den bestehenden Angeboten zu beteiligen. „Unser Haus steht allen offen – ebenso wie das Miteinander der Generationen im Gemeindezentrum Steinrausch und das Café im Sozialkaufhaus, die ebenfalls Treffpunkte für das Projekt „Wir sind einS(aarlouis)“ sind. Wir bieten unter anderem Hausaufgabenbetreuung, Mädchen- und Jungengruppen mit Freizeitangeboten, Deutsch-Kurse und Spielkreise an. Für jeden ist etwas dabei“, berichtete sie und präsentierte das eigens entworfene Logo der Initiative.

Nach dem offiziellen Teil – ins Arabische übersetzt von Haytham Al Sahoui und Khaled Hasan – wurden die zahlreichen Informationsstände vorgestellt. Neben einer Weltkarte, auf denen die Flüchtlinge ihre Fluchtwege dokumentieren konnten, orientierten sich Hilfesuchende und Helfer gemeinsam anhand einer Saarlouis-Karte im Stadtgebiet. Eine „Tauschbörse“ mit Hilfegesuchen und -Angeboten fand großen Zulauf.

Beim zweiten Treffen im Gemeindezentrum Steinrausch ging es wenige Tage später gleich in medias res: Eine Gruppe syrischer Flüchtlinge, die in Neuforweiler wohnt, hatte für mindestens 60 Personen ein schmackhaftes Essen zubereitet. Viele Helferinnen und Helfer waren waren schon frühzeitig gekommen, um bei den Vorbereitungen zu unterstützen. So kamen alle Akteure schnell miteinander ins Gespräch und konnten weitere Aktivitäten planen und Hilfeangebote strukturieren.
Angesichts der freundschaftlichen und lockeren Atmosphäre im Saal konnte man sicher feststellen: Auch wenn der Weg noch weit ist – ein Anfang ist gemacht.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis

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