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Saarlouis: Stolpersteine für Saarlouis – Eine Gedenkaktion im Rahmen des Europäischen Netzwerkes

Pressemeldung vom 9. Dezember 2010, 10:44 Uhr

Am 8. April 2011 werden in Saarlouis die ersten Stolpersteine verlegt. Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der mit diesen kubischen Gedenksteinen an das Schicksal der Menschen erinnern will, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die ersten Stolpersteine für Saarlouis werden an fünf Standorten ebenerdig verlegt, in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS- Opfer.

Die Kreisstadt Saarlouis hatte bereits Anfang November zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. In dieser sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung hat sich ein Arbeitskreis „Stolpersteine für Saarlouis“ gegründet, der als Findungskommission für die zuerst zu ehrenden Gewaltopfern dienen wird. In die Projektarbeit mit eingebunden ist das Adolf-Bender Zentrum e.V. St. Wendel, das mit einer Schülergruppe vom Max-Planck-Gymnasium Saarlouis Zeitzeugenbefragungen und Recherchearbeit durchführt. Parallel sind die übrigen weiterführenden Schulen der Kreisstadt Saarlouis, der Ökumenische Arbeitskreis, der Frauenbeirat, der Migrationsbeirat, die Synagogengemeinde Saar, das Lokale Bündnis für Familie Saarlouis, das Institut für aktuelle Kunst, alle Parteien, Gewerkschaften und die Katholische sowie die Evangelische Kirchengemeinde in das Projekt Stolpersteine mit eingebunden.

Den Mitgliedern des Arbeitskreises Stolpersteine ist es wichtig, dass sowohl Frauen wie auch Männer Berücksichtigung finden. Auch sollten verschiedene Opfergruppen, wie z.B. jüdische Mitbürger, Sinti und Roma, Opfer der Euthanasie, politisch und religiös Verfolgte, Homosexuelle, Kriegsdienstverweigerer und Zwangsarbeiterinnen berücksichtig werden.

Obwohl aufgrund der Öffnung zahlreicher Archive inzwischen über 120 Namen von Saarlouiser Opfern bekannt sind, ist das Schicksal jedes Einzelnen/jeder Einzelnen leider oft in Vergessenheit geraten. Aufgrund der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit bis zur Verlegung der ersten Stolpersteine ist eine grundlegende intensive Recherche nur mit großen Einschränkungen möglich. Deshalb startet der Arbeitskreis Stolpersteine einen Aufruf an die gesamte Bevölkerung.

Wer hat biografische Informationen über Opfer der NS-Zeit bzw. Briefe, Berichte, Bildmaterial aus dieser Zeit?

Alle, die zur weiteren Recherche „Stolpersteine für Saarlouis“ beitragen können, setzten sich bitte mit dem Kulturamt der Kreisstadt Saarlouis, Tel.: 06831/443-412/413 (Monika Kaspar oder Dr. Claudia Wiotte-Franz, E-Mail: Kaspar@saarlouis.de oder Wiotte-Franz@saarlouis.de ) in Verbindung.

Wer sich darüber hinaus über das Projekt „Stolpersteine von Gunter Demnig“ informieren möchte kann dies unter www.stolpersteine.com tun. wio

Quelle: Kreisstadt Saarlouis – Pressestelle

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