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Saarlouis: Stadtgeschichte zum Erleben und verstehen

Pressemeldung vom 5. August 2015, 08:16 Uhr

Vor 335 entstand auf Befehl des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV eine Stadt, welche zur Verteidigung seines Reiches dienen sollte. Im Rahmen des Sommerferientreffs begaben sich kleine Stadtkundler auf geschichtliche Entdeckungstour durch die Stadt, die auch den Namen ihres Gründers trägt – Saarlouis.

Auch in der Ferienzeit kann Geschichtsunterricht Schülerinnen und Schüler begeistern, besonders wenn man diese vor Ort erkunden kann. Im Rahmen des Saarlouiser Sommerferientreffs bestand für Kinder die Möglichkeit, an einer speziellen Stadtführung teilzunehmen. Begleitet wurden sie von einer Marktfrau, die viel über die 300 jährige Stadtgeschichte zu erzählen wusste. Zuerst erfuhren sie, dass die heutige Verwaltungs-, Handels- und Industriestadt im Jahre 1680 von dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV in Auftrag gegeben wurde – allerdings als reine Festungsstadt. Mit diesem militärischen Stützpunkt wollte der König das vorher besetzte Herzogtum Lothringen verteidigen. Durch die gute Lage fiel die Wahl auf das heutige Saarlouis. Dazu entwarf Baumeister Sébastien Le Prestre de Vauban die Festungsstadt in einer Sternform mit sechs Bastionen, die zur Aufstellung von Kanonen dienen sollten. Die Pläne zum Stadtbau hierzu stammten von Thomas de Choisy, dem ersten Gouverneur der Stadt. Bei der Stadtentwicklung wurden zuerst nur Militärgebäude erbaut. Nach und nach zogen auch Zivilisten in die Festungsanlage. Der Gobelinsaal mit seinen gewebten Wandteppichen und Barocksesseln beeindruckte die Kleinen besonders. Sie erfuhren, dass es sich hierbei um Geschenke des Sonnenkönigs handelt, welche für das damalige Präsidialgericht bestimmt waren. Zu früherer Zeit war es üblich, öffentliche Gebäude mit solchen gewebten Wandteppichen auszustatten.

Dass die Brücke über dem Saaraltarm eine wichtig Funktion zur Verteidigung der einstigen Festungsstadt spielte, überraschte die kleinen Besucher. Die Brücke verfügt über mehrere Schleusenkammern. Bei Gefahr konnten zu früherer Zeit schwere Holzbohlen über Seilwinden nach unten geführt werden, was zu einer kontrollierten Überschwemmung der Umgebung führte. Für die angreifenden Feinde war es so fast unmöglich, sich der Festung mit Pferden und Kanonen zu nähern. Auf dem Weg zur Vauban-Insel wies die Marktfrau auf mehrere Zeichen entlang Festungsmauer hin. Diese stammen von den früheren Steinmetzen, welche gemäß der Anzahl der gehauenen Steine entlohnt wurden. Um zu erkennen von wem welcher Stein war, hatte jeder Steinmetz sein eignes Zeichen. Die Vauban-Insel selbst diente ab 1698 zum Schutz der Schleusenbrücke. Zum Abschluss ihrer Stadtführung verriet die Marktfrau den Stadtkundlern ein paar Geheimnisse über die beiden Figuren auf der Insel – Marschall Michel Ney und den vergessen Soldaten Lacroix.

Diese Aktion fand im Rahmen des Sommerferientreff der Kreisstadt Saarlouis, Abteilung Familie und Soziales, und dem Lokalen Bündnis für Familien in Saarlouis statt.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis

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