Energiewechsel

Saarlouis: Solidarität für gleiche Bezahlung

Pressemeldung vom 26. März 2014, 10:21 Uhr

Saarlouis. Am 21. März war „Equal Pay Day“. Dieses Datum symbolisiert den Zeitpunkt, bis zu dem eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müsste, um auf das Durchschnittsgehalt eines gleich qualifizierten Mannes zu kommen. Gegen diese „Entgelt(un)gleichheit“ protestierten europaweit zigtausende Menschen – nicht nur Frauen. Auch in Saarlouis wurde auf diesen Missstand aufmerksam gemacht. In der Französischen Straße lud das Frauennetzwerk von Stadt und Kreis Saarlouis an einem Infostand zum „Red Dinner“ ein.

Rote Zahlen auf dem Konto aufgrund des geringeren Gehaltes sind der Hintergrund für die Farbwahl des „Equal Pay Day“. Ganz in Rot gekleidet leisteten die engagierten Aktivistinnen mit musikalischer Unterstützung eines Drehorgelspielers Aufklärungsarbeit, verteilten Broschüren, Äpfel, Pralinen und Getränke. „Frauen arbeiten viel und gut und verdienen wenig. Diese Ungerechtigkeit werden wir nicht auf sich beruhen lassen“, sagte Sigrid Gehl, Frauenbeauftrage der Stadt und gemeinsam mit der Seniorenmoderatorin Birgit Cramaro eine der Initiatorinnen der Aktion. Weiterhin waren vertreten: Frauenbeauftragte des Landkreises Saarlouis, AWO Saarlouis, Förderverein Frauenhaus Saarlouis e. V., Frauen aus Frauenbeirat, Stadtrat und Kreistag Saarlouis, Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt. Help desc e.V., SaarLandFrauen Kreisverband Saarlouis, Jobcenter Landkreis Saarlouis, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, ver.di Saar, Zonta Club Saarlouis e. V. Auch Oberbürgermeister Roland Henz und Bürgermeisterin Marion Jost unterstützen die Initiative vor Ort.

Deutschland zählt zu den Spitzenreitern bei der Benachteiligung: Frauen verdienen hier etwa ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen, die eine gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichten. Frauen arbeiten bei einer Lohnlücke von 22% 80 Tage umsonst (22% von 365 Tagen), genau die Zeit bis zum 21. März. Die Kluft ist seit Beginn der Statistik im Jahr 2006 nahezu unverändert groß geblieben. Diese Entgeltlücke gilt es zu schließen.

Die Ursachen sind vielfältig. Von der traditionellen Rollenverteilung, angefangen bei der Berufswahl bis zur Übernahme familiärer Verpflichtungen und Kinderbetreuung, über mittelbare und unmittelbare Entgeltdiskriminierung bis hin zur Gehaltsverhandlung. Mit 70% ist der Anteil von Frauen im Niedriglohnsektor überdurchschnittlich hoch. Durch unfreiwillige Teilzeitarbeit, Niedriglöhne, das Aufstocken mit Harz IV trotz Arbeit, Befristungen, Unterbrechungen in der Erwerbsbiographie durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind Frauen sehr viel öfter als Männer von Altersarmut bedroht.

„Hier sind Politik und Gesellschaft gefordert, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Entgeltgleichheit heißt, dass berufstätige Frauen das verdienen, was ihre männlichen Kollegen schon lange bekommen. Das Ganze. Und kein Viertel weniger“, so Sigrid Gehl abschließend.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis – Pressestelle

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis