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Saarlouis: Schlachthofgelände wird zu Park

Pressemeldung vom 27. April 2010, 10:01 Uhr

Saarlouis. Bei einer Bürgerinfo-Veranstaltung wurden die Pläne für das Stadtumbaugebiet Innenstadt und die Konzeption für das Ravelin V, das ehemalige Schlachthofgelände, vorgestellt. Beides kam gut an bei der Bevölkerung.

Beeindruckt waren die rund 150 Zuschauer von den Plänen für das Ravelin V, die bei einer Bürgerinfo-Veranstaltung im Theater am Ring vorgestellt wurden. Das Vorhaben wird auf etwa 5 Millionen Euro geschätzt, wobei das Projekt aktuell bereits mit rund 1,3 Millionen aus dem Bundes-Programm „Stadtumbau West“ bezuschusst wird. Voraussetzung für den Zuschuss ist die Erstellung eines Stadtraumkonzeptes, welches Sonja Mazak vom Büro Firu vorstellte. „Demographische Veränderungen verlangen Reaktionen“, sagte Oberbürgermeister Roland Henz und daran wolle man auch die Bürger teilhaben lassen. Das Stadtraumkonzept sieht unter anderem eine Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse vor. Ein Augenmerk müsse auf die Schaffung von neuem Wohnraum gelegt werden, so Sonja Mazak. Weiter sieht das Konzept vor, nicht nutzbare bauliche Anlagen zurückzubauen und Flächen mit Potenzial einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung zuzuführen.

Eine Fläche mit Potenzial ist auch das Ravelin V. Der Landschaftsplaner Hanno Dutt, Planungsbüro Dutt und Kist, hatte in Zusammenarbeit mit Jürgen Baus, Ralf Hoffmann, Beate Geiger und Gerhard Serrière von der städtischen Bauverwaltung die Konzeption erarbeitet und stellte sie vor.

Darstellung der Festung als Leitidee

Das Ravelin V soll in wenigen Jahren ein öffentlich zugänglicher Park werden, der eine Verbindung von der Innenstadt und der Bastion VI über die Contregarde Vauban zum Stadtgarten herstellt. Die Leitidee des Entwurfs besteht darin, die vorhandenen Festungsanlagen in ihrer Geometrie und Klarheit herauszuarbeiten und zu zeigen. Dabei sollen die Festungsteile rekonstruiert und ergänzt werden. Die Arbeiten werden in drei Bauabschnitte aufgeteilt und erstrecken sich auf einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.

Drei Bauabschnitte bis zur Vollendung

Im ersten Bauabschnitt (Kosten rund 1,4 Millionen Euro) soll der Brückenkopf „Halber Mond“, der an Vaubanstraße liegt, in Angriff genommen werden. Das völlig marode Wohngebäude gegenüber dem DRK-Krankenhaus wird abgerissen und es entsteht ein neuer, breiter Zugang zur bestehenden Brücke der Vauban-Insel. In den Aufgang zur Brücke sollen Sitzstufen integriert werden, die einen Ausblick in das Grabungsfeld ermöglichen.

Multifunktionaler „Waffenplatz“

Der zweite Bauabschnitt konzentriert sich auf den so genannten Waffenplatz in der Mitte des Areals. Hier liegt auch der denkmalpflegerische Schwerpunkt der Arbeiten. Geplant ist die Restaurierung der ehemaligen Grabenbrücke und des Batardeaus, eine Art Stauwehr, das zur Regulierung des Wasserstandes im nassen Graben diente. Auf dem Boden des Platzes könnten die Umrisse des ehemaligen preußischen Waffenmagazins als Intarsie abgebildet werden. Die Nutzung der Platzfläche soll multifunktional sein. Die Kosten für diesen Bauabschnitt betragen rund 2 Millionen Euro.

Transparente Mauer aus Metallkonstruktion

Im letzten Bauabschnitt wird der Hauptgraben vor der Bastion VI rekonstruiert. Die Kosten sind mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Fläche wird durch eine im Kreuzungsbereich Vaubanstraße/Anton-Merziger-Ring vorgesehene Treppenanlage zugänglich gemacht, die auch zum Sitzen einladen soll. Diese führt auf eine Rasenfläche, in welcher die sogenannte Künette, ein schmaler Entwässerungsgraben nachgebildet wird. Die fehlenden Mauerteile der Bastion VI sollen nicht massiv, sondern durch eine moderne transparente Metallkonstruktion ergänzt werden.

Im Bereich der Bastion VI soll aufgeräumt und die historische Situation wieder hergestellt werden. Das Gesamtvorhaben verbindet moderne und historische Stadtelemente miteinander.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis – Pressestelle

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