Energiewechsel

Saarlouis: Rathauschor Saarlouis wird ein halbes Jahrhundert alt

Pressemeldung vom 20. Oktober 2014, 16:19 Uhr

Saarlouis. Der Rathauschor der Kreisstadt Saarlouis feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Höhepunkt der Feierlichkeiten war die gemeinsam mit dem Männerchor 1864 Roden gestaltete Aufführung der „Missa Dalmatica“ von Franz von Suppé in der vollbesetzten Ludwigskirche. Nach diesem musikalischen Hochgenuss fand eine Jubiläums-Soirée in der Kaserne VI statt. Zahlreiche Redner und Gäste – darunter eine Delegation aus der Partnerstadt Eisenhüttenstadt – gratulierten den insgesamt 35 Sängern dort herzlich und erlebten ein abwechslungsreiches Festprogramm samt Uraufführung.

Der Rathauschor Saarlouis verbindet nicht nur Menschen mit seiner Musik, sondern auch Generationen. Der jüngste Sänger ist 31 Jahre alt, der älteste 88. Der Altersunterschied stört nicht im Geringsten, ganz im Gegenteil: man spürt deutlich die freundschaftliche Verbundenheit unter den Männern und wie viel Spaß sie in ihrer Gemeinschaft und am Singen haben. Und das seit nunmehr 50 Jahren. Erste Impulse zur Gründung gab bereits 1962 Hubert Altmaier, damals stellvertretender Leiter des Personalamtes der Stadt und selbst aktiver Sänger. 39 Bedienstete der Stadt folgten damals seinem Aufruf, drei von diesen Gründungsmitgliedern – Theo Zapp, Herbert Müller und Kurt Emmerichs – sind heute noch aktiv bzw. dem Chor eng verbunden. Aufgrund schwacher Probenbesuche wurde die Tätigkeit des Rathauschores zwei Jahre eingestellt, daher gilt das Jahr 1964 auch als offizielles Gründungsjahr

Eine Truppe, die immer da ist, wenn man sie braucht

Hatten die Anfänge des Chores anfänglich eher internen Charakter, sind heute Auftritte bei Sommerkonzerten, in Altenheimen, bei Festivitäten befreundeter Chöre und bei Kulturveranstaltungen, wie z. B. dem Konzert der Original Don Kosaken feste Termine im Kalender. Man gestaltet das traditionelle Weihnachtssingen im Rathaus, bei dem Mitarbeiter und Besucher auf die festliche Zeit eingestimmt werden. Auch an große Aufgaben traut sich der Chor heran. Hierfür sind als Beispiel die Aufführungen der Opern „Zar und Zimmermann“, „Die Zauberflöte“ und „Der Waffenschmied“ zu nennen, alle unter Leitung des 2013 verstorbenen ehemaligen Chorleiters Walter Langenfeld.

„Ihm gedenken wir heute in besonderem Maße, er war ein bedeutender Teil von uns, schade, dass er heute nicht bei uns sein kann. Johannes Schmitz hat diese wichtige Funktion ohne Nachzudenken mit großem Engagement und viel Freude übernommen. Dafür gilt ihm ein großer Dank“, sagte der 1. Vorsitzende des Rathauschores, Harald Amann, nach der musikalischen Einstimmung durch das Duo „Dreierpasch“ in seiner Begrüßung. Auch allen anderen Verstorbenen wurde gedacht. Dankesworte für stetige Unterstützung gingen an die Verwaltung, an Oberbürgermeister Roland Henz und seine Amtsvorgänger, an den Stadtverband der kulturellen Vereine Saarlouis und das saarländische Bildungsministerium. Ein besonderes Wort richtete Amann an seine Mit-Sänger, seine Freunde: „Dieser Abend ist das Highlight unseres Jubiläumsjahres. Ich freue mich sehr über den großen Erfolg heute, über den Enthusiasmus bei den Proben, über hunderte von Auftritten in der Geschichte des Chores und vor allem über eure Freundschaft in all‘ den Jahren“.

„Das war großartig heute in der Kirche“, begann Schirmherr Roland Henz seine Rede. „Die „Missa Dalmatica“ ist ein beeindruckendes Werk. Besonders gut gefallen hat mir das „Gloria“. Man spürte richtig, wie anspruchsvoll und kräftezehrend es für euch Sänger war. Eine Thematik dieses Stückes ist es, den Menschen Frieden auf Erden zu bringen. In der heutigen Zeit voller kriegerischer Auseinandersetzungen bedanke ich mich herzlich, dass ihr mit euren Auftritten und euren Liedbeiträgen genau das macht: ein kleines bisschen Frieden nach außen tragen. Ihr seid immer da, wenn man euch braucht, zum Singen genauso wie zum Anpacken, wenn Not am Mann ist. Ihr seid ein fester Bestandteil des kulturellen Gefüges der Stadt. Die Mitarbeiter im Rathaus und ich sind stolz auf euch und eure Leistungen“, sagte Henz.

Uraufführung der alten lothringischen Hymne

Neben Grußworten von Bernhard Stopp, Referatsleiter im Bildungsministerium, Hans Werner Strauß, Präsident des Stadtverbandes der kulturellen Vereine, und von Klaus-Peter Fuß, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Kultur im Landkreis Saarlouis, kam natürlich auch der musikalische Part im Programm nicht zu kurz. Die mit Spannung erwartete besondere „Überraschung“ entpuppte sich als die Uraufführung eines Teils der aus dem Jahr 1848 stammenden alten lothringischen Hymne „Honneur aux fils de la Lorraine“ – und zwar auf Französisch. Wie kam es dazu? Hans-Jörg Schu erklärte es: „Guido Fontaine, der Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Saarlouis-Fraulautern, hatte diese Hymne in einem Almanach aus dem Jahre 1848 entdeckt und dem Rathauschor anvertraut. Die Hymne besteht aus 8 Strophen, von denen drei die Festung Saarlouis und ihre beiden napoleonischen Helden Michel Ney und Paul Grenier besingen. Die Melodie der Hymne ist leider verloren gegangen, so entstand im Rathauschor die Idee, der Hymne durch den Saarlouiser Komponisten Roland Kunz wieder eine Melodie zu geben“. Die tolle Interpretation, unterstützt von Dirigentin Isabelle Goldmann und Pianist Johannes Schmitz wurde von langanhaltendem Applaus des Publikums belohnt und bot beim anschließenden gemütlichen Beisammensein noch viel Gesprächsstoff.

Im Rahmen der Veranstaltung führte der Saarländische Chorverband zahlreiche Ehrungen durch, unter anderem für 40, 50 und 60-jährige aktive Sangesarbeit.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis