Energiewechsel

Saarlouis: Multimediale Live-Doku am MPG – Erstwähler auf EU-Parlamentswahl eingestimmt

Pressemeldung vom 12. März 2014, 10:48 Uhr

„Die Zukunft Europas wird sich auch an der Zukunft des Parlaments entscheiden“, sagte Ingo Espenschied im Lichthof des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) mit Nachdruck. Warum das so ist, zeigte er in seiner neuen Doku-Life Präsentation „Das Europäische Parlament – Stimme der Bürger“ vor Schülern aus MPG und Robert-Schuman-Gymnasium.

In dem von ihm entwickelten Format kombiniert der Journalist und Politikwissenschaftler seinen Live-Vortrag mit exklusiven Videointerviews, Archivaufnahmen und ausgewähltem Bildmaterial. So etwa zur Abstimmung über das ACTA-Abkommen, einem multilateralen Handelsabkommen gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen, das 2012 vom EU-Parlament mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurde. Ausschnitte vom Abstimmungstag zeigte Espenschied auf der Leinwand; Parlamentspräsident Martin Schulz kommentierte, dass das Parlament der demokratische Ort sei, an dem der Wille der Bürgerinnen und Bürger Gehör finde. Espenschied: „Hier werden Transparenz und Öffentlichkeit hergestellt.“ Außerdem übernimmt das Parlament eine Kontrollfunktion gegenüber der Europäischen Kommission und dem Ministerrat.

Bahnbrechender Plan für Europa
Warum das so ist, erklärte der Europaexperte im multimedialen Rückblick. Europäische Ideen und Visionen gab es schon früh – erst mit der Errichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde hierfür aber ein institutioneller Rahmen geschaffen. Die Pläne dazu stammten vom französischen Außenminister Robert Schuman, der Bundeskanzler Konrad Adenauer vorschlug, einen gemeinsamen Markt für diese in der Vergangenheit stets problematischen Wirtschaftszweige zu begründen. Die „Schuman-Bombe“, titelten französische Zeitungen damals. „Ein bahnbrechender Plan, der Europa verändern wird“, bestätigte auch Espenschied. Denn zum ersten Mal wurden hier einer europäischen Behörde Entscheidungsbefugnisse zuerkannt, und damit eine Kernfrage der europäischen Einigung positiv beantwortet. Die nämlich, „ob wir als Europäer bereit sind, auf Teile unserer nationalen Rechte zu verzichten“, sagte Espenschied.

Schon die EGKS verfügte über mehrere Organe: Die Hohe Behörde (haute autorité), der Ministerrat und die Gemeinsame Versammlung. Sie bildeten die Basis für die Struktur der heutigen EU: Aus der Hohen Behörde wurde die Europäische Kommission, der Ministerrat besteht heute noch unter dem selben Namen und aus der Gemeinsamen Versammlung entstand das Europäische Parlament. Seit 1979 wird es direkt durch die Bürgerinnen und Bürger der Mitgliedsstaaten gewählt.

Europa gestalten in der Europastadt
„Wer an Europa zweifelt, der soll Soldatenfriedhöfe besuchen“, zitierte OB Roland Henz den ehemaligen luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker. 15, 16 oder 17 Jahre alt seien viele der Gefallenen gewesen – jünger sogar, als viele Schüler im Publikum bei Espenschieds Präsentation. „Viermal hat Saarlouis den Namen gewechselt, wegen der Konflikte in Europa. Dass sich Saarlouis als Europastadt bezeichnet ist den vielfältigen grenzüberschreitenden Initiativen geschuldet. Die Städtepartnerschaften, die Aktivitäten der Schulen, Vereine und Privaten sind beispielhaft. Das Bekenntnis zu Europa ist daher kein Lippenbekenntnis – wir wollen Europa gestalten.“

Die Möglichkeit dazu liefert Europa in seinen Institutionen: „Schützengräben wurden durch den Verhandlungstisch eingetauscht“, sagte Espenschied. Aber auch das Bewusstsein der Menschen gehört dazu. OB Henz: “ Die Europawahl gibt Gelegenheit zu zeigen, dass wir für ein besseres Europa eintreten.“

Gewählt wird das Europäische Parlament am 25. Mai, gleichzeitig mit der Kommunalwahl im Saarland.

Quelle: Stadt Saarlouis

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