Energiewechsel

Saarlouis: Mehr als nur ein funktionales Gebäude

Pressemeldung vom 22. Dezember 2010, 13:11 Uhr

Der Saarlouiser Bahnhof wurde vor 100 Jahren erbaut. Diesen Anlass feierte die Stadt mit vielen Gästen, einer dokumentarischen Ausstellung und historischen Filmaufnahmen. Der Schriftsteller Alfred Gulden las aus seinen Gedichtbänden.

Am 20. Dezember, um 5 Uhr morgens, lief der erste Zug der Reichsbahn im neu gebauten Staatsbahnhof Saarlouis ein. Fast genau auf den Tag, nur 100 Jahre später eröffneten Oberbürgermeister Roland Henz und Stadtverordneter Marc Speicher eine umfassende dokumentarische Ausstellung über den Saarlouiser Bahnhof in der Bahnhofshalle. Geplant war außerdem eine Fahrt mit einer Dampflok und historischen Wagen, die witterungsbedingt leider ausfallen musste.

Bahnhof sorgt für Zusammenhalt der Stadtteile

Roland Henz begrüßte rund 100 Gäste in der Bahnhofshalle und bedankte sich für das Engagement von Marc Speicher und Museumsleiter Benedikt Loew, die die Ausstellung gemeinsam konzipiert hatten. Ein wenig enttäuscht sei man über die Deutsche Bahn, die zu den Feierlichkeiten nicht mehr beitrug, als die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, so Henz. „Das Motto der Ausstellung lautet: im Gedächtnis bleiben“, sagte Marc Speicher, der gemeinsam mit Loew, in monatelanger Arbeit und Recherche die Bilder, Texte und Dokumente zusammengetragen hat. „Der Saarlouiser Bahnhof ist mehr als nur ein funktionales Gebäude, sondern sorgt für den Zusammenhalt der Stadtteile“, so Speicher. Der Bahnhof war seinerzeit auch der eigentliche Anstoß für den Zusammenschluss von Saarlouis und Roden. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Verkehrsaufkommen so groß geworden, dass sich die Reichsbahn für den Neubau des Bahnhofs bei Saarlouis entschied. Die inzwischen von den Festungsmauern befreite Stadt Saarlouis sah in einer Verlegung des Bahnhofs auf Rodener Bann, bei gleichzeitiger Vereinigung mit der Landgemeinde Roden, die Chance, ihre verkehrstechnische Lage entscheidend zu verbessern.

Auf 15 hochformatigen Schautafeln, mit teilweise bislang unveröffentlichten Fotos, kann man die Entstehung und die Entwicklung des Bahnhofs sehr detailgetreu nachvollziehen. Die Serie beginnt mit den Planzeichnungen für den Bahnhof und historischen Zeitungsartikeln. Zu sehen sind auch interessante Fotos über das im Krieg zerstörte Gebäude, den Wiederaufbau, die auffällige Fußgängerunterführung aus den siebziger Jahren und aus der jüngsten Zeit hinsichtlich Neugestaltung und Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes.

Ausstellung bis 19. Januar im Karl-Thiel-Haus

Der Schriftsteller und Liedermacher Alfred Gulden hat bis heute eine tiefe Verbundenheit zu seinem Geburtsort Roden. In seinem ersten Gedicht, das er 1971 in München schrieb, sei es schon um den Bahnhof gegangen, so der Autor. Und diesem folgten noch viele weitere Veröffentlichungen. Gulden las unter anderem aus seinem Buch „Hennam Baandamm“. Im Anschluss traf man sich zum Umtrunk im Bahnhofshotel. Die Ausstellung ist bis 19. Januar im Karl-Thiel-Haus in Roden zu sehen, am 20. Januar im Bahnhofshotel und anschließend im Foyer des Saarlouiser Rathauses.

Termin:
20. Januar, 19 Uhr, Bahnhofshotel
Film- und Vortragsabend mit Alfred Gulden und dem vom SR gedrehten Film „Bahnhofsgeschichten“

Roland Henz, Alfred Gulden und Marc Speicher präsentierten die Ausstellung „100 Jahre Bahnhof Saarlouis-Roden“.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Bahnhofs wurde eine dokumentarische Ausstellung erarbeitet, die derzeit im Karl-Thiel-Haus in Roden zu sehen ist.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis

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