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Saarlouis: Jedes Kunstwerk eine kleine Predigt

Pressemeldung vom 8. März 2012, 16:39 Uhr

Im Atelier des Museums Haus Ludwig in Saarlouis ist noch bis 25. März eine Ausstellung von Schülerinnen und Schülern der drei Saarlouiser Gymnasien zu sehen. Es geht um den „Heiligen Rock“ und das Leitwort „und führe zusammen, was getrennt ist“.

Der „Heilige Rock“ ist die als ungeteiltes Gewand Jesu verehrte Tunika, die der Legende nach von Kaiserin Helena nach Trier gebracht und im Dom in Trier aufbewahrt wird. Im Jahr 1512 wurde auf Bitten des Kaisers Maximilian das Gewand zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Das Leitwort der 500. Präsentation des Heiligen Rocks lautet „und führe zusammen, was getrennt ist“. Die Schulseelsorge Saarlouis hat dazu einen Kunstwettbewerb initiiert. Die Schülerinnen und Schüler des Stadtgartengymnasiums (SGS), des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) und des Robert-Schumann-Gymnasiums (RSG) haben sich mit dem Thema beschäftigt. 110 Beiträge wurden eingereicht, 40 Werke, darunter Collagen, Zeichnungen, Gemälde und Installationen, die teilweise in Gruppenarbeit entstanden, sind im Atelier ausgestellt.

Schon früh erleben viele Kinder Zerrissenheit

„Danke für euer Engagement und für euren Beitrag zum Frieden in der Welt“, sagte Oberbürgermeister Roland Henz bei der Eröffnung der Ausstellung zu den jungen Künstlerinnen und Künstlern. Dabei präsentierte er eine kleine Anstecknadel in Form des Heiligen Rocks. Dieses Andenken habe ihm seine Mutter 1959 bei einer Wallfahrt nach Trier gekauft. Erst durch dieses Kunst-Projekt habe er sich wieder daran erinnert und das Stück in seinem Elternhaus wiedergefunden. „Schon früh erleben viele Kinder und Jugendliche Zerrissenheit“, so Ministerin Monika Bachmann. Sei es im Bereich der Migration oder in der Familie durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Gewalt, Krankheit oder Tod. Frauen seien häufig gespalten zwischen Beruf und Familie, Senioren und Behinderte sehen sich Diskriminierungen ausgesetzt. Diese Problematik spiegelt sich in den gezeigten Ausstellungsstücken. „Die Jury war sprachlos, als sie die Werke erstmals begutachtete“, sagte die Ministerin. Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Schule, Kirche und Stadt Saarlouis. Die Arbeiten der Schüler zeigten eine besondere Tiefe, die das Thema der Wallfahrt widerspiegelt. „Jede Arbeit ist eine kleine Predigt zum Thema“, so Bätzing.

Eine Reise nach Genf für die Preisträger

Schulpfarrer Andreas Paul bedankte sich bei Dr. Claudia Wiotte-Franz, der Jury und den Sponsoren für ihre Unterstützung. Unter allen Arbeiten wurden drei Preisträger ermittelt, die jeweils eine viertägige Fahrt für zwei Personen mit der Schulseelsorge nach Genf erhielten. Ein Preis ging an die Gemeinschaftsarbeit von Luis Antes, Helena Strauß, Annabelle Mathieu, Celeste Niemann und Anne Schuhn, Klasse 10 SGS. Ebenso eine Reise nach Genf gewannen Tarmina Bro und Lena Aulenbacher, Klasse 10F3, SGS und Michael Schubert und Henrie Blanchebarbe, Klasse 10a, MPG. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Musiklehrer Christoph Schmitt mit Schülern des MPG. Das „theater überzwerg“ zeigte eine Performance zum Leitwort der Ausstellung, erarbeitet von Theaterpädagogin Elke Kremer mit Schülern des RSG. Die Ausstellung wurde konzipiert von Dirk Schröder und Peter Neu (beide SGS) und Esther Demmer-Bentoua (MPG).

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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