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Saarlouis: Gesundheitliche Prävention am Arbeitsplatz – Erster Gesundheitstag im Saarlouiser Rathaus

Pressemeldung vom 8. Dezember 2014, 09:24 Uhr

Bewegung, Rückentraining, Ernährung und Stress: Zu diesen vier Präventionsfeldern konnten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Saarlouiser Stadtverwaltung beim Gesundheitstag informieren und erste Schritte ergreifen. Der Gesundheitstag ist ein zentrales Instrument des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Drei Kilo wiegen die Hanteln in jeder Hand, die Arme weit nach vorne ausgestreckt. Nach 20 Sekunden beginnen sie leicht zu zittern und man spürt, wie die Rückenmuskulatur stärker beansprucht wird, um die Gewichte zu stemmen. Kurz darauf beginnt die Messung: Mit der Medimouse, einem computerbasierten Messgerät, fährt eine Physiotherapeutin die Wirbelsäule entlang. Nach zwei weiteren Messungen liefert der Computer Ergebnisse. „Die Haltung der Wirbelsäule ist sehr gut, die Beweglichkeit normal“, erklärt die Physiotherapeutin. „Nur im Lendenwirbelbereich könnte es langfristig zu Problemen kommen.“ Damit das nicht passiert, demonstriert sie Übungen, mit der gezielt Kraft und Flexibilität an den notwendigen Stellen trainiert werden.

Die Medimouse war nur eine Station beim Gesundheitstag der Stadt Saarlouis. Als Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sich in vier Präventionsfeldern informieren und vor Ort aktiv werden: Bewegung, Rückentraining, Ernährung und Stress. Die angebotenen Stationen waren auf spezifische Belastungen des Arbeitsalltags abgestimmt, in Gesundheitszirkeln wurden diese zuvor gemeinsam mit den Mitarbeitern ermittelt. „Beim Gesundheitstag gibt es Angebote, die all diese Felder bedienen“, sagt Bernhard Burger, Projektleiter Betriebliches Gesundheitsmanagement der AOK-Landesdirektion Saarland und BGM-Partner der Stadt Saarlouis. Über den Gesundheitstag hinaus öffnet die AOK ihr Kursprogramm für städtische Mitarbeiter, „damit sie auch nachhaltig und eigenverantwortlich weiter machen können.“

Neben der Wirbelsäulenmessung konnte man auch die Gleichgewichtsorgane auf ihre Funktion untersuchen lassen, es gab Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckmessungen durch den BAD, Vorträge informierten über gesunde Zwischenmahlzeiten und über Strategien zur Stressbewältigung.

„Es gibt eine signifikante Zunahme psychisch bedingter Ausfälle“, erklärte Roland Fleck von Walburgon in seinem Vortrag. Um psychischen Belastungen entgegenzuwirken sei es wichtig auf den Körper zu hören. Denn, so betonte der Psychologe vom BAD-Zentrum Saarbrücken, „Körper und Psyche senden uns Signale. Wenn wir diese Sprache nicht verstehen, dreht sich das Burnout-Karussel.“

Gesundheit werde heute als dynamischer Prozess verstanden. „Wir brauchen Belastung. Wird es aber zu viel, werde ich verwundbar: Bei Überforderung setzt eine psychische Ermüdung ein und man bekommt Stress. Bei Unterforderung entsteht Monotonie durch psychische Sättigung“, sagt Fleck von Walburgon. So entsteht auch ein Burnout nie ad hoc, sondern entwickelt sich über Jahre. Hier gilt es Frühsymptomatik und Risikozustand zu erkennen und gezielt einzugreifen. „Die Symptome sind unspezifisch, deshalb ist es wichtig, die Summe der Teile zu sehen.“ Einfache Methoden können dabei helfen, übermäßigem Stress vorzubeugen: Konzentration auf eine Aufgabe, benötigte Qualifikationen erlernen oder auch Entspannungstechniken als Ausgleich.

Quelle: Stadt Saarlouis

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