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Saarlouis: Eine gelungene Jubiläumsfeier

Pressemeldung vom 10. November 2011, 15:50 Uhr

Saarlouis. Der Saarlouiser Stadtteil Lisdorf feierte sein 1100-jähriges Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Programm. Der Höhepunkt war ein historischer Festumzug, der die wechselvolle Geschichte verdeutlichte. Rund 15.000 Zuschauer säumten die Straßen.

Es war König Karl III, der am 20. Dezember 911 eine Urkunde ausstellte, in der Lisdorf erstmals erwähnt wurde und dies war gleichzeitig die Geburtsstunde eines Dorfes, das heute ein Stadtteil von Saarlouis ist. Seitdem ist viel geschehen, und das verdeutlichte der Festumzug, der sich mit rund 800 Teilnehmern, darunter auch Oberbürgermeister Roland Henz und Bürgermeister Klaus Pecina, über 1,5 Kilometer durch den Ort bewegte. Am Straßenrand gab es immer wieder Applaus und jubelnde Zurufe von den begeisterten Zuschauern. Rund 15.000 Menschen aus der ganzen Region waren gekommen, um diesen außergewöhnlichen Umzug zu sehen, zu dem 45 Fahrzeuge und 15 historische, eigens für die Veranstaltung gebaute Themenwagen gehörten. Von zwei Bühnen aus wurden die Akteure begrüßt und vorgestellt. Den Anfang machte König Karl III bei der Überreichung der Urkunde und dann ging es für die Zuschauer auf eine spannende Zeitreise. Mit dabei waren unter anderem die „Pest-Doktoren“, die zwei „Opfer“ auf ihrem Karren transportierten, eine Schar Römer, Hexen, französische Revolutionäre, aufständische Frauen, amerikanisches Militär und sogar seine Majestät König Ludwig der XIV alias Nobert Güthler-Tyarks, in Begleitung seines Gefolges, dargestellt von der Barocco Royal Company. Das Schlusslicht der Parade bildeten die Lisdorfer Vereine und Betriebe unter dem Motto „Lisdorf hat noch heute viel zu bieten“.

Der Gemüsegarten des Saarlandes

Und genau das bewiesen die Lisdorfer mit ihrer viertägigen Jubiläumsfeier, deren Vorbereitung bereits vor über einem Jahr begann. Ein Organisationsteam aus 20 Personen stellte mit Unterstützung des ganzen Dorfes das Programm auf die Beine. Dazu gehörte eine Ausstellung mit über 1000 Fotografien, Zeichnungen und Bildern, zum Teil aus Privatbesitz, die man auf Stelltafeln präsentierte und die noch bis 13. November in der Kaserne VI zu sehen ist. Ein gut besuchter Festgottesdienst und ein unterhaltsamer Dorfgemeinschaftsabend mit Musik, Sketchen und Mundartvorträgen gehörten ebenso dazu wie der Festkommers mit zahlreichen Ehrengästen. Die Schirmherrschaft hatte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer übernommen, die von Ministerin Monika Bachmann vertreten wurde. Sie sei gern nach Lisdorf, den „Gemüsegarten des Saarlandes“, einem Saarlouiser Stadtteil, dass sich immer seine Unabhängigkeit bewahrt habe, gekommen. Im flächenmäßig größten Stadtteil mit seinen gerade mal 3600 Einwohnern spüre man die familiäre und vertraute Atmosphäre. Oberbürgermeister Roland Henz überbrachte Grüße von den übrigen 35.000 Saarlouisern an ein „selbstbewusstes“ Lisdorf. Er bedankte sich bei den Geschichtsschreibern und Historikern, denn es sei wichtig zu wissen, wo man herkomme. „Hier fühlen sich die Menschen seit der Steinzeit wohl“, so Henz. Er lobte das Engagement der Lisdorfer, die bei den Jubiläumsfeierlichkeiten von den anderen Stadtteilen unterstützt wurden. „Genau das macht uns stark“, unterstrich Henz. Der Abend wurde von Staatssekretär Georg Jungmann moderiert, der sich bei der Stadt und insbesondere dem Neuen Betriebshof Saarlouis bedankte, ohne deren Mithilfe das alles nicht möglich gewesen wäre. Über mehrere Wochen wurden unter Anleitung von Bernd Hawner auf dem Gelände des Betriebshofes die Themenwagen gebaut.

Größter Heimatkundeverein im Saarland

Grußworte sprach der Ensdorfer Bürgermeister Thomas Harz, der sich für die Einladung herzlich bedankte und betonte, dass die früheren „Kämpfe“ zwischen Lisdorf und Ensdorf auch dazu beigetragen hätten, dass man sich kennen und manchmal sogar lieben lernte. Heiner Groß sprach über die geschichtliche Entwicklung von Lisdorf und erzählte, dass man den Heimatkundeverein 1997 bereits in Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr gegründet habe. Mittlerweile zählt er 700 Mitglieder und ist der größte Heimatkundeverein im Saarland. Über die historischen Hintergründe zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung von Lisdorf referierte Dr. Johannes Schmitt, Präsident des Landesverbandes der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes. „Wir sind eine Gemeinschaft“, sagte Georg Jungmann und nach diesem gelungenen Fest zweifelte auch niemand mehr daran.

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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