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Saarlouis: Ein Bild der Zerstörung

Pressemeldung vom 14. Januar 2011, 09:25 Uhr

Saarlouis. In der Nacht von Mittwoch, 12. Januar, auf Donnerstag, 13. Januar, haben Unbekannte auf dem Alten Friedhof einen Schaden von unglaublichem Ausmaß angerichtet. Die Stadt setzt eine Belohnung von 1000 Euro aus.

Fassungslos waren Oberbürgermeister Roland Henz und NBS-Betriebsleiter Hans Werner Strauß, als sie am Vormittag auf dem Alten Friedhof in Saarlouis eintrafen und das Bild der Zerstörung sahen. Nahezu 40 Grabmäler wurden umgestoßen, zerstört oder stark beschädigt, insbesondere auf dem allgemeinen und dem historischen Teil des Friedhofs. Hier befinden sich auf vielen Grabstellen große Figuren, die Engel oder trauernde Frauengestalten darstellen. Einige dieser einzigartigen Statuen wurden vom Sockel gestoßen und irreparabel beschädigt. „Wir schätzen den Sachschaden auf 100.000 Euro, doch der ideelle Schaden ist kaum zu beziffern“, sagte ein sichtlich betroffener Hans-Jörg Schu, Vorsitzender des Fördervereins Alter Friedhof, der sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Pflege der denkmalgeschützten Anlage engagiert. Im Laufe der Zeit hat er tausende Euro an Spendengeldern zusammengetragen, mit denen mehr als 50 Denkmäler liebevoll und detailgetreu restauriert werden konnten. Zuletzt wurde die Gruftkapelle Regnier-Stein und die Grabstätte der Familie Neibecker umfassend saniert. Obwohl die Kapelle mit einem schmiedeeisernen Tor abgeschlossen ist, gelang es Unbekannten die Schrifttafel, vermutlich mit einem langen Stock, zu zerstören. Die Schwestergrabanlage des französischen Grafen Paul Grenier wurde im Frühjahr des vergangenen Jahres umfassend saniert. In nur einer Nacht wurden alle Grabkreuze der Schwesterngräber aus dem Boden gerissen. Besonders tragisch ist auch die Zerstörung von jahrhundertealten Sandsteinkreuzen und Figuren. Eine Reparatur ist nicht möglich. Der Förderverein denkt darüber nach, eine Fachfirma mit einer Expertise zu beauftragen, die Aufschluss darüber geben soll, ob die Denkmäler wieder hergestellt werden können oder eine Kopie angefertigt werden müsste. Doch die finanziellen Mittel sind knapp. Auf jeden Fall wird es Jahre dauern, bis die Schäden beseitigt sind und das auch nur bedingt, weil einige der Unikate nicht mehr gerettet werden können.

Wut, aber auch Machtlosigkeit und Resignation ist spürbar an diesem Morgen auf dem Alten Friedhof. „Man kann nur den Kopf schütteln und sich fragen, wer macht sowas“, sagte Oberbürgermeister Roland Henz. Das ist genau die Frage, die nun die Polizei zu klären versucht. Vor Ort wurden Spuren gesichert und DNA-Proben genommen, um so die Täter zu ermitteln. Die Stadt Saarlouis zahlt eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Hinweise werden erbeten an die Polizei unter Telefonnummer 06831/9010. sb

Quelle: Kreisstadt Saarlouis – Pressestelle

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