Energiewechsel

Saarlouis: Die Zukunft heißt 3D-Internet

Pressemeldung vom 18. Februar 2011, 11:04 Uhr

Saarlouis. Im Rahmen der Reihe „Wissenschafts-Matinee“ referierte Professor Philipp Slusallek im Theater am Ring in Saarlouis zum Thema „3D-Internet und Simulierte Realität – Die Welt in jedem Web-Browser“.

Seit „YouTube“ kann man im Internet auch Filme sehen. Obwohl die Videotechnik schon zehn Jahre früher zur Verfügung stand, war es die einfache Möglichkeit, Videos in jedem Web-Browser abzuspielen, die diese Entwicklung erst ermöglichte. Ähnlich verhält es sich mit dem 3D-Internet. Die Technik ist auf fast allen PCs verfügbar, die Umsetzung im Web-Browser wird derzeit in Saarbrücken gemeinsam vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Intel Visual Computing Institut und der Universität des Saarlandes entwickelt.

Professor Philipp Slusallek, Leiter des DFKI und Professor für Computergraphik an der Universität des Saarlandes, stellte in seinem Vortrag im Theater am Ring in Saarlouis die Entwicklung und die Möglichkeiten des 3D-Internet vor. 3D-Grafik wird schon seit Jahren für Spiele genutzt. „Sie ist überall, aber schlecht nutzbar für das Web, weil die Infrastruktur noch nicht passt“, erklärte Slusallek. Das will er mit seinem Forschungsteam ändern. Sie haben als Erste Flugzeuge interaktiv dargestellt, sind auch für die Autoindustrie tätig. Für die Stadt Saarlouis hat das DFKI ein 3D-Modell der Stadt Saarlouis erstellt. Damit kann man sich auf einen virtuellen Spaziergang durch die Stadt im 17. Jahrhundert begeben.

Seit zwei Jahren arbeitet das DFKI an dem Projekt „Intelligente Simulierte Realität“. Damit hätte man die Möglichkeit, wenn beispielsweise eine Straße gesperrt wird, dazustellen, welche Auswirkungen dies auf den Verkehrsfluss habe. Es ließen sich viele neue Märkte im Bereich Kommunikation, Kultur, Unterhaltung und Produktpräsentation erschließen. Das Projekt sei nicht nur für Spezialisten gedacht, sondern auch für jeden Normalbürger, was Slusallek am Beispiel Saarlouis deutlich machte. Ein Betrachter sehe derzeit im Ravelin V, dem ehemaligen Schlachthofgelände, nur eine Baustelle und ein paar Mauern. Mit Hilfe der 3D-Grafik könnte man konkret darstellen, wie es nachher einmal aussehen wird. So erhalte man einen anderen Bezug zu den Dingen, könne sie besser verstehen und nachvollziehen. Derzeit sind die Forscher damit beschäftigt, nach dem Vorbild realer Menschen 3D-Figuren zu gestalten, die sich später in der 3D-Grafik bewegen, beispielsweise als virtuelle Fremdenführer oder Wegweiser.

Im Anschluss an den Vortrag gab es wieder Gelegenheit, eine virtuelle Reise durch die Festungsstadt zu erleben, an der zahlreiche Besucher teilnahmen.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis – Pressestelle

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