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Saarlouis: Besonderes Faible für klein und fein

Pressemeldung vom 12. November 2012, 09:07 Uhr

Saarlouis. Seit über 60 Jahren ist Herbert Kartes erfolgreich als Grafiker. Erstmals ist sein Lebenswerk in einer Ausstellung zu sehen. Das Städtische Museum Saarlouis zeigt seine Arbeiten noch bis 2. Dezember.
Wer eine Flasche Wein kauft, orientiert sich nicht nur an Jahrgang und Auslese, sondern auch am Etikett. Dafür hat der Saarlouiser Grafiker Herbert Kartes ein Auge. „Es war so um 1957, als ich das erste Etikett entworfen habe“, sagte der gelernte Steinlithograph. Mittlerweile zieren über 800 Flaschen, darunter auch Schnaps, Sekt, Champagner und andere Spirituosen, auf der ganzen Welt ein Etikett, das er in seinem Atelier im Stadtteil Steinrausch geschaffen hat. Eine Ausstellung im Städtischen Museum zeigt erstmals zahlreiche der originellen und aufwändigen Entwürfe aus über 60 Berufsjahren. Darunter auch Zeichnungen, Plakate, Steindruckplatten und Fotografien, die ihn an besondere Begebenheiten erinnern. So unter anderem ein Foto aus dem Restaurant des Empire State Buildings in New York, wo er zufällig eine Flasche entdeckte, die eines seiner Etiketten trug. Zu fast jedem ausgestellten Stück hat der sympathische Künstler eine Anekdote parat.

Nach seiner Ausbildung bei den Astra-Werken sammelte der damals 17-jährige Kartes zunächst Erfahrung bei namhaften Druckereien im In- und Ausland, wo er sich einen Namen als Spezialist für Miniaturgrafik machte. Es folgte eine Zusatzausbildung als Farbretuscheur und später verschiedene Fortbildungen. „Ich hatte immer schon ein besonderes Faible für klein und fein“, erklärte er. Manche seiner Zeichnungen sind so filigran, dass man nur mittels Lupe die einzelnen Details erkennen kann. Er selbst hat sie ohne Vergrößerungsglas gezeichnet. „Das ist wohl ein Talent“, schmunzelte Kartes. Ebenso filigran sind die von ihm gestalteten Etiketten. Hauchdünne Pinselstriche und winzige Feinheiten zieren die kleinen Unikate, von denen ganz besondere Stücke in der Ausstellung zu sehen sind. „Grundsätzlich muss mich ein Projekt begeistern, sonst mach ich es nicht“, gibt er unumwunden zu. Seit Anfang der 70er Jahre lebt er mit seiner Familie im Stadtteil Steinrausch. Hier richtete er sich ein kleines Atelier in seinem Wohnhaus ein, gestaltete neben Etiketten auch Firmenlogos, Briefbögen und Visitenkarten. Besonders stolz ist er auf ein Etikett, auf dem er seinem Hund, einem Bobtail, ein ewiges Andenken setzte.

Wenn man sich in der Ausstellung umsieht, ist man überrascht, wie viele weltbekannte Etiketten aus dem kleinen Atelier vom Steinrausch stammen, wo bis zum heutigen Tag kein Computer Einzug gefunden hat. „Computer sind nicht mein Ding, ich zeichne aus der Hand, das habe ich immer getan und werde es tun, so lange ich kann“, sagte Herbert Kartes voll Überzeugung. Gern führt er Besuchergruppen durch die Ausstellung und berichtet aus seinem bewegten Leben. Terminvereinbarung unter (06831) 80722. Das Städtische Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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