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Saarlouis: Begeisterung weitertragen, neue Wege gehen – Bürgercafé zum Thema Städtepartnerschaft in Saint-Nazaire

Pressemeldung vom 7. Oktober 2011, 11:32 Uhr

Erstmalig haben die beiden Partnerstädte Saarlouis und Saint-Nazaire Bürgerinnen und Bürger zu einem dreitägigen Diskussionsforum zur Zukunft der Partnerschaft eingeladen. Insgesamt 30 Personen im Alter von 17 bis 65 Jahren, die schon seit vielen Jahren in die Partnerschaftsarbeit involviert sind, aber auch junge Leute, die zum ersten oder zweiten Mal Kontakte nach Saint-Nazaire knüpfen konnten, haben sich aktiv an den Gesprächsrunden, Arbeitsgruppen und insbesondere auch beim „Bürgercafe“ beteiligt.
Dort gab es viel Ermutigendes zu hören, auch wenn die Sorge um die Einbindung der Generation „Facebook“ und somit um die Fortführung des Partnerschaftsgedankens durch die heute 15-20-Jährigen bei denjenigen deutlich zu spüren war, welche vor 40 Jahren „gemeinsam mit den Freunden aus Frankreich Europa aufbauen wollten und dies nicht alleine der Politik überlassen wollten“.
Diese großen Ziele sind heute nicht mehr der Antrieb für junge Leute, die in einem zusammenwachsenden Europa groß geworden sind und den Begriff der Grenze nur noch als abstrakte Idee kennen. Zudem muss man sich wohl trotz aller positiven Erfahrungen und wunderbaren Erinnerungen von dem Gedanken lösen, dass die Partnerschaftsaktivitäten in der Hauptsache aus großen Vereinsbegegnungen mit über 40 Teilnehmern bestehen, die sich im Jahresrhythmus zum Sport- und Kulturaustausch treffen. Hiergegen spricht die demographische Entwicklung und die damit einhergehende Problematik, mit denen sich Vereine im Allgemeinen konfrontiert sehen.

Was können Partnerschaften also heute noch leisten?
Die Antworten haben die jungen Leute selbst gegeben, und das mit Überzeugung.
Beim Bürgercafé haben sie von ihren Erfahrungen beim Schüleraustausch, von ihren Praktika in der Partnerstadt, Universitätsprojekten in Kooperation mit den Partnerstädten, Au-Pair-Aufenthalten, von gemeinsamen Ferienfreizeiten und vielen Dingen mehr berichtet.

Man konnte hören, dass die Begegnungen zum Abbau von Vorurteilen und zum Kennenlernen von anderen Sozial- und Gesellschaftssystemen beigetragen haben, dass sie Motivation zum Erlernen der Partnersprache gebracht und sogar die Berufswahl beeinflusst haben.
Vehement widersprochen wurde der provokanten These, in einer globalisierten Welt seien ohnehin alle Städte uniform und die Bürgerinnen und Bürger Teil derselben Konsumgesellschaft. Unterschiede in Kultur und Mentalität, in Sprache und Lebenswirklichkeit machen den Reiz aus, auf andere zuzugehen und Partnerschaften weiter zu pflegen, meinte Kirsten Fouache, die sich als Vertreterin der jungen Generation in einem trilateralen Tischtennis-Austausch mit Saarlouis, Saint-Nazaire und einer belgischen Partnerstadt engagiert.

„Wenn ich all diese Beispiele sehe, dann haben wir doch alles richtig gemacht“ kommentierte Oberbürgermeister Roland Henz die Erfahrungsberichte der Jungen. „Wir müssen den Jugendlichen die Instrumente anhand geben, so dass sie ihre kulturellen, sozialen und beruflichen Projekte im Rahmen der Partnerschaft verwirklichen können – das geht weit über eine finanzielle Unterstützung hinaus.“
Orientieren, begleiten und koordinieren heißten die Aufgaben für die Verwaltung, aber auch für diejenigen, die über einen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz im Austausch verfügen.

Und vor allem: die Begeisterung weitertragen – wie es bei dieser Delegationsreise gelungen ist: die Neulinge sind vom „Partnerschaftsvirus“ infiziert, wollen unbedingt wieder in die Partnerstadt, die Kontakte zu ihren Gastfamilien aufrecht halten und eigene Projekte realisieren. Das Staffelholz kann weiter gegeben werden.

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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