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Saarlouis: Als die Saarlouiser ihre Stadt verließen

Pressemeldung vom 2. Oktober 2015, 12:31 Uhr

Saarlouis. 75 Jahre ist es her, dass die Saarlouiser Bevölkerung erstmals evakuiert wurde. Zu diesem Thema ist am 17. und 18. Oktober von 10 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle Beaumarais eine spannende Ausstellung zu sehen.

Unter dem Titel „Die Rote Zone“ zeigt die Ausstellung hunderte von Fotos, aber auch Kleiderkarten, Essensmarken, historische Augenzeugenberichte und viele Gegenstände aus der Zeit der Evakuierung. In Zusammenarbeit mit den Saarlouiser Heimatkundevereinen hat der Verein für Mundart und Geschichte Beaumarais diese spannende Ausstellung konzipiert. Aus Kindheitserinnerung oder den Schilderungen von Eltern und Großeltern wissen viele Saarlouiser Bürger noch um die Evakuierung am 1. September 1939, als man sein Hab und Gut zusammentrug und sich mit Gespannen, Fahrrädern und Handkarren auf den Weg machte in eine ungewisse Zukunft. Nach fünf Tagen Fußmarsch erreichten die Beaumaraiser das Örtchen Börfink im Hunsrück. Von dort ging es weiter nach Nonnweiler und schließlich mit dem Zug nach Thüringen. Von den Erlebnissen unterwegs und vor Ort im Evakuierungsgebiet erzählt die Ausstellung. Der Verein für Mundart und Geschichte hat dazu eine Chronik herausgebracht, in der unter anderem die Erinnerungen des Beaumaraiser Lehrers Antonius Bund an die Räumung der „Roten Zone“ festgehalten sind. Die Rote Zone war ein so genanntes „Freimachungsgebiet“ im Zweiten Weltkrieg. Sie verlief entlang der deutsch-französischen Grenze und zwischen den Wehranlagen des Westwalls. Der Bereich war etwa 400 Kilometer lang und 10 Kilometer breit. Dort lebten eine Million Menschen, die zwischen 1939 und 1945 teilweise mehrfach in das Innere des Deutschen Reiches evakuiert wurden.

Quelle: Stadt Saarlouis / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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