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Merzig: Rolle der Erzieherinnen hat sich stark verändert

Pressemeldung vom 10. Oktober 2011, 09:42 Uhr

Pädagogischer Tag der Fachkräfte lieferte viel Diskussionsstoff

Am vergangenen Mittwoch fand im Sitzungssaal des Neuen Rathauses eine Informations- und Diskussionsveranstaltung für alle pädagogischen Mitarbeiterinnen der städtischen Kindertagesstätten statt. Die Kreisstadt Merzig hat das Bildungsprogramm in all ihren Einrichtungen konsequent umgesetzt und das Personal im Rahmen eines umfassenden Schulungsprozesses seit 2007 auf die damit verbundenen neuen Aufgaben und pädagogischen Sichtweisen intensiv vorbereitet. 2010 wurde das Ergebnis dieser Arbeit durch externe Evaluatoren des INA-Institutes Berlin überprüft.

Auf Einladung von OB Dr. Alfons Lauer stellte Petra Funk-Chungu, Sachgebietsleiterin für Kindertageseinrichtungen/Tagespflege beim Landesjugendamt, im Dialog mit den städtischen Erzieherinnen das durch die Einführung des saarländischen Bildungsprogramm gewandelte Rollenverständnis des Erzieherberufes dar. „Ich bin sehr froh“, so OB Dr. Lauer bei der Begrüßung des Saarbrücker Gastes, „dass wir für unseren diesjährigen pädagogischen Tag eine so kompetente und praxiserfahrene Referentin gewinnen konnten.“ Mit derzeit 78 pädagogischen Mitarbeiterinnen sind die Kindertageseinrichtungen der mit Abstand personalintensivste Aufgabenbereich der gesamten Stadtverwaltung. Frau Funk-Chungu besucht seit fast 20 Jahren in ihrer Funktion als Heimaufsicht Kindertageseinrichtungen im ganzen Saarland und ist auch bestens mit den Merziger Verhältnissen vertraut. Sie zeigte sich beeindruckt vom großen Engagement der Kreisstadt Merzig, die als erste und bisher einzige Kommune das saarländische Bildungsprogramm so konsequent umgesetzt und hierfür auch eine Menge Geld investiert habe.

Durch den eigenen beruflichen Hintergrund (Erfahrungen als Leiterin einer großen Einrichtung, Studium, langjährige Tätigkeit beim Landesjugendamt) gelang es der Referentin sehr gut, sich in die Situation heutiger Erzieherinnen hinein zu fühlen. „Vor 20 Jahren war die Pädagogik erzieherzentriert, haben wir Erziehungskonzepte entwickelt und Pläne aufgestellt, die wir mit den Kindern abgearbeitet haben. Es wurden vorweisbare Ergebnisse produziert, die Eltern zufrieden gestellt und Sicherheit vermittelt“, beschrieb Petra Funk-Chungu den Erzieheralltag, den sie selbst und auch viele heute noch aktive Erzieherinnen erlebt haben. Seit etwa zehn Jahren sei hier ein deutlicher Wandel eingetreten hin zur kinderzentrierten Pädagogik. Heute laute die Fragestellung: „Was brauchst du, was kannst du, wie kann ich dich begleiten ?“. Wichtig sei es, den Kindern die Fähigkeit zum Lernen und zur Anpassung an sich verändernde gesellschaftliche Verhältnisse zu vermitteln. Um sich bei der Bewältigung dieser neuen Erzieherrolle nicht selbst zu überfordern, müsse nicht mehr, sondern anders gearbeitet werden als früher. Die Bedürfnisse der Familien wirklich zu erfüllen bedeute auch, bisher Sicheres und Gewohntes aufzugeben und Schritt für Schritt Neues zu wagen. Dies gelinge umso besser, je mehr man die Eltern aktiv an der Erziehungsarbeit beteilige, sie über die pädagogische Arbeit informiere und ihre Erfahrungen und Kompetenzen zur Entwicklung ihrer Kinder nutzen lerne. Nicht nur die pädagogischen Anforderungen, auch das veränderte Leistungsangebot von immer mehr Einrichtungen mit verlängerten Öffnungszeiten, Krippenplätzen oder mehr Tagesstättenangeboten erforderten viel Flexibilität von den Erzieherinnen. Im Verlauf der Veranstaltung wurden unterschiedliche Aspekte des Erzieheralltags und der pädagogischen Arbeit intensiv, teilweise auch kontrovers diskutiert. Nach zwei Stunden war für alle Teilnehmer der Diskussion klar: es ist und bleibt spannend, was die laufenden und anstehenden Veränderungen im Bereich frühkindlicher Pädagogik betrifft. Auch im nächsten Jahr soll wieder ein pädagogischer Tag aller städtischen Kindertageseinrichtungen stattfinden, der sich mit einem aktuellen Thema aus dem Alltag der KiTas befasst.

Quelle: Kreisstadt Merzig

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