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Homburg: Viele Besucher/innen bei „Homburger Lesezeit“

Pressemeldung vom 16. Oktober 2014, 15:16 Uhr

Torsten Markwirth las aus seinem Buch „Fett“

Zur zweiten Veranstaltung der „Homburger Lesezeit“ am vergangenen Dienstag im Café 1680 durfte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind viele Gäste begrüßen. Bis auf den letzten Platz war der Raum besetzt, weitere Stühle mussten her, bevor Torsten Markwirth, Arzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie im „zweiten Leben“ Autor, seine Lesung begann. Dabei stellte er seine Zuhörerinnen und Zuhörer gleich darauf ein, dass er sich für diese Veranstaltung „eine gewagte Passage“ aus seinem Buch „Fett“ ausgewählt hatte.

In diesem Kapitel sucht der 300 Kilogramm schwere Hauke die Liebe und da er diese – auch bedingt durch sein Gewicht – nicht findet, überredet ihn sein Freund Jo, eine Frau „käuflich zu erwerben“. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Hauke darauf ein und heiratet Eugenia, eine via Partneragentur vermittelte Schönheit aus der Ukraine. Doch auch mit dieser Situation ist Hauke nicht glücklich, zum fehlenden Gefühl des Geliebtseins kommen sexuelle Probleme zwischen Eugenia und dem stark übergewichtigen Hauke hinzu…

Die Passage sorgte in der Tat für Gesprächsstoff unter den Gästen im Café 1680, viele Nachfragen wurden gestellt, es begann eine Diskussion über Amoral und Respektlosigkeit im Umgang mit Menschen, die Probleme haben. In allen Büchern Markwirths spielen Charaktere auf der Suche – mit Alkoholproblemen, einem Kontrollzwang und eben dem übergewichtigen Hauke – eine Rolle. Zu diesem Thema hat Markwirth eine klare Meinung: „Wenn Menschen einen Herzinfarkt oder Krebs haben, reagiert die Umwelt mit Empathie und Mitleid. Bei Alkoholismus oder extremem Übergewicht ist diese Akzeptanz jedoch oft nicht gegeben. Dabei sucht sich niemand seine Erkrankung oder sein Problem aus. Jeder Mensch, auch ein Alkoholiker oder ein Mensch mit 300 Kilogramm Gewicht, hat eine Würde, die es zu respektieren gilt“.

Im Rahmen der „Homburger Lesezeit“ finden noch bis April Lesungen in den verschiedensten Genres statt. Organisiert wird die Reihe von der Stadt Homburg, dem Kutlurbeigeordneten Raimund Konrad, Patricia Hans von der Akademie für Ältere, Jutta Bohn vom Frauenkulturstammtisch und Ulrich Burger, der auch die saarländische Buchmesse „HomBuch“ ins Leben rief. Die nächste „Lesezeit“ findet bereits am kommenden Samstag, 18. Oktober 2014, um 19 Uhr im Café 1680 mit Marco Reuther und Benjamin Spang statt.

Quelle: Stadt Homburg

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