Energiewechsel

Homburg: Musik von Bach im Edelhaus des Römermuseums

Pressemeldung vom 14. Mai 2012, 12:18 Uhr

Soiree am 3. Juni 2012 mit dem Ensemble „Franz Biet“

„Sagt’s meiner Frau“, so lautet der Titel der musikalisch-literarischen Soiree von Franz Biet, die am Sonntag, 3. Juni 2012, um 17 Uhr im Edelhaus des Römermuseums Homburg-Schwarzenacker stattfinden wird.

Nachdem das Ensemble „Franz Biet“ bereits im vergangenen Jahr seine Soiree um Johann Christian von Mannlich sehr erfolgreich aufführte, widmet sich das neue Werk des Autors dem barocken Musiker Johann Sebastian Bach.

Auf Johann Sebastian Bachs glückliche Schaffensperiode in Köthen fielen im Juli 1720 überraschend tiefe Schatten. Seine Frau Maria Barbara starb plötzlich und unerwartet. Auch die zweite Ehe mit der am Köthner Hof engagierten Sängerin Anna Magdalena Wülken wird glücklich wie die erste. Sie schenkt ihm 13 Kinder – das übliche Los einer Bürgerfrau des 18. Jahrhunderts. Eins ist schwer krank, ein anderes, Johann Christian, ein Genie, das den jungen Mozart beeindruckt.

Anna Magdalena wird nicht nur der gute Geist im Hause des Thomaskantors in Leipzig, sie wird auch seine musikalische Partnerin. Zeugnis davon legt jenes denkwürdige Clavier-Büchlein aus dem Jahr 1725 ab, das uns heute als „Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach“ vertraut ist und wohl zum Bekanntesten aus Bachs Nachlass gehört. Es ist ein Dokument des Bachschen Familienlebens. Bach steigt aus den hohen Gefilden der hehren Kunst herab und nimmt in seinem Wohnzimmer Platz, umgeben von seinen Kindern, seiner Frau, zahlreichen Schülern und Gästen. Und wozu? Eine Hausmusik soll’s geben, freilich auf höchstem Niveau. In einem Brief an seinen Schulfreund Erdmann betont Bach 1730, dass diese Hauskonzerte mit Frau und Kindern ihm mehr bedeuten als das eigene Schaffen.

So steht auch im Mittelpunkt der Soiree ein Konzert mit eben denselben Werken, welche die Bachs im häuslichen Kreis musizierten: Klaviersuiten, Tänzen, Arien, Liedern, den beliebten Menuetten G-Dur und g-moll, der Musette D-Dur, den Arien „Willst du dein Herz mir schenken“, der „Tobackspfeife“, „Schlummert ein“, dem Choral „O Ewigkeit, du Donnerwort“. Vieles stammt von Bachs eigener Hand, manches ist den Söhnen Philipp Emanuel und Gottfried Heinrich oder dem von Bach hochgeschätzten Gottfried Heinrich Stölzel in die Feder geflossen. Wie sehr Bach diese Stücke schätzte, lässt sich auch daran sehen, dass er einiges später in sein Lehrwerk übernahm, wie das berühmte C-Dur Präludium, womit der erste Teil des „Wohltemperierten Klaviers“ beginnt.

Eingebettet ist die Musik in die „Kleine Chronik der Anna Magdalena Bach“, einen biographischen Abriss ihrer 29jährigen Ehe, der sich an Esther Meynells gleichnamiges Buch anlehnt. Jedoch ist er angereichert mit Gedichten, Historien, Histörchen aus dem Alltag der Musikerfamilie, deren Nöte und Sorgen stets von Bachs Musik überstrahlt werden.

Aber nicht nur die Anhänger klassischer Musik, auch die Freunde des Jazz kommen auf ihre Kosten, ist doch Bach unter den Klassikern derjenige, dessen Kompositionen wie von selbst mühelos „swingen“. Für musikalische Vielfalt sorgt das Aufgebot an Sängern und Instrumentalisten, Karin Biet, Susanne Gastauer, Matthias Rajczyk, Christoph Nicklaus, Julia Ewert-Schmidt, Violine, Gregor Berg, Violoncello, Markus Schaubel, Cembalo/Klavier und Georg Dusemond, Schlagzeug. Als Sprecher wirken mit: Angelika Kauffmann, Klaus Völker und Gerd Schlaudecker. Franz Biet, der diese Soiree zusammenstellte, übernimmt die Moderation.

Karten im Vorverkauf gibt es im Römermuseum, im Amt für Kultur und Tourismus im Rathaus am Forum sowie im Stadtbusbüro im Talzentrum. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro, ermäßigt fünf Euro.

Quelle: Stadt Homburg

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