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Saarlouis: Saarlouis als saarländische Hochburg der Kirchenmusik

Pressemeldung vom 23. September 2014, 14:22 Uhr

Saarlouis. Am Sonntag der vorletzten Septemberwoche bot der festliche Empfangssaal im Saarlouiser Rathaus den Rahmen für gleich zwei Höhepunkte der Kirchenmusik. Neben der Ehrung der Gewinner des 7. Orgel-Kompositionswettbewerbes stand die Verleihung des Kirchenmusikpreises der Stadt Saarlouis auf dem Programm. Allround-Talent Joachim Fontaine ist der Preisträger 2014. Oberbürgermeister Roland Henz, Jury-Mitglieder und zahlreiche Gäste gratulierten den Preisträgern.

Die in Lisdorf stattfindenden „Saarlouiser Orgeltage“ mit dem dazugehörigen Orgel-Kompositionswettbewerb sind mittlerweile nicht nur überregional, sondern weltweit ein Begriff in Musiker- und Komponisten-Kreisen. Nach der Fertigstellung des Neubaus der Lisdorfer Mayer-Orgel 1992 suchte der Förderverein „Klingende Kirche“, eine Nachfolgeinstitution des Orgelbaufördervereins Lisdorf, nach Möglichkeiten, die Orgel einer stärkeren musikalischen Nutzung und damit verbunden einer größeren öffentlichen Beachtung zuzuführen. Ein internationaler Orgelwettbewerb wurde angedacht, erste Gespräche mit der Stadt fanden sofort positive Resonanz.
Im Mai 1994 nahm man Kontakt mit Prof. Theo Brandmüller auf. Seit dieser Zeit ist die Kirchenmusik – und insbesondere die Orgelmusik – in Saarlouis untrennbar mit dem Namen des bekannten Komponisten, Organisten und Hochschullehrers verbunden. Prof. Brandmüller, Jury-Vorsitzender und künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, verstarb leider am 26. November 2012.
„Sein Tod hinterließ ein unglaublich große Lücke, wir alle standen unter Schock und mussten schauen, wie es nun weitergeht“ sagte Oberbürgermeister Roland Henz bei der Preisverleihung, der ersten seit dem Tod des Professors. „Alle drei Jahre schaffen wir hier gemeinsam etwas ganz besonderes, etwas, das Saarlouis in dieser Form einzigartig macht. Ich danke allen Beteiligten: Dr. Thomas Daniel Schlee aus Wien, der ohne zu Zögern die Leitung und Funktion des Jury-Vorsitzenden übernahm, allen Jurymitgliedern, Regionalkantor Armin Lamar, dem Förderverein „Klingende Kirche“ mit dem Vorsitzenden Manfred Boßmann, dem Stadtrat, dem städtischen Kulturamt mit Amtsleiterin Heike Breitenmoser und allen Kooperationspartnern, die die „Saarlouiser Orgeltage“ tatkräftig unterstützen.
„Die mittlerweile 7. Auflage des Wettbewerbs hat nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Das sieht man daran, dass sich 77 Komponisten aus 21 Ländern beworben haben. Sieben anonymisierte Kilogramm Notenmaterial hat die Jury gesichtet, bevor im Mai nach 8 Sitzungsstunden eine Entscheidung getroffen wurde“ schilderte Manfred Boßmann. Einen Tag später stellte sich zum Entsetzen der Veranstalter und nach erfolgter Abreise der Jury-Mitglieder jedoch heraus, dass die mit dem 1. Preis ausgelobte Komposition entgegen der schriftlichen Beteuerung des Teilnehmers bereits publiziert und uraufgeführt wurde. Dies bedeutete einen eklatanten Regelverstoß und führte zum Ausschluss des Stückes. Nach umfangreichen Recherchen und Telefonkonferenzen entschloss sich die Jury, den 1. Preis 2014 nicht zu vergeben. Der 2. Preis ging an Dominik Susteck aus Köln, der 3. Preis an Torsten Sense aus Berlin. Während Sominik Susteck verhindert war, konnte Torsten Sense persönlich seinen Preis in Empfang nehmen. Er bedankte sich herzlich und lobte die ausgezeichnete Qualität und Organisation des Wettbewerbes.
Friedrich Spangemacher würdigte Joachim Fontaine in Laudatio
Der zweite Teil der Veranstaltung ehrte mit dem Kirchenmusikpreis 2014 nicht nur einen Mann mit augenscheinlich vielen Vornamen, sondern nach Friedrich Spangemacher, dem stellvertretenden Musikchef des Saarländischen Rundfunks, auch einen „ganz Großen“ in Saarlouis: Joachim Fontaine. Der „Chorleiter, Musikforscher, Dirigent, Komponist, Organisator, Motivator, Autor, Ideengeber und Musikarchäologe“ sei ein Besessener der sogenannten Alten Musik, sagte Spangemacher. Diese umfasst europäische Musikstile aus verschiedenen Epochen vor etwa 1750. Sie umfasst die Musik des Mittelalters<http://de.wikipedia.org/wiki/Musik_des_Mittelalters>, die Musik der Renaissance<http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissancemusik> und des Barocks<http://de.wikipedia.org/wiki/Barockmusik>. In Archiven und Bibliotheken, hauptsächlich in Italien, stöbert Fontaine nach „vergessener“ Musik, bearbeitet sie und führt sie meist gemeinsam mit der Kantorei der evangelischen Kirche Saarlouis neu auf. Diese Aufführungen fanden in den letzten Jahren als Radio-Übertragungen im Saarländischen Rundfunk mehr als 10 Millionen Zuhörer.
Joachim Fontaine, der zur Preisverleihung seine Frau Adelheid und seine Kinder mitgebracht hatte, bedankte sich mit einer unterhaltsamen Rede, gespickt mit lustigen Anekdoten aus seinem künstlerischen Leben, bei Stadt, Familie und Weggefährten.

Quelle: Kreisstadt Saarlouis

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